Woche 2 (Nicht zu viel vornehmen)

Hallo werte Leser,

diese Woche hielten mich verschiedene Umstände davon ab zu schreiben, obwohl ich einige Dinge im Kopf hatte. Ein sehr schöner Moment ereignete sich gestern Abend, als sich unerwartet jemand auf einen meiner Kommentare antwortete. Und da wusste ich wieder, dass auch wenn es mich in der Tat eher hemmt, zu wissen, dass meine Worte gelesen und darüber vielleicht auch etwas nachgedacht wird, dass ich hier unbedingt weiter schreiben will. Ich will ja gelesen werden. ^^ Dennoch war auch dies ein Umstand, welcher eine Blockade auslöste. Letzte Woche habe ich sehr leicht von der Hand geschrieben, und den Text dann handlich unterteilt. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, es richtig vorbereitet zu haben. In mir regt sich die Befürchtung hier einfach bloß wertlos rumzublubbern.

Ich machte mir darüber mal so meine Gedanken, und kam zu dem Schluss, dass ich noch Beiträge verfassen werde, deren Formulierung mehr Vorbereitung bedarf. Allerdings nicht heute.

Heute möchte ich davon schreiben, wie schön es ist einen einfachen Tag zu erleben, denn manchmal glaube ich, das wird gern vergessen, in unserer leistungsorientierten Gesellschaft. Natürlich soll man viel erleben, und es ist richtig, es gibt nur dieses Eine. Doch heisst das, ich muss überall hinhetzen, und darf nicht einmal ausruhen und Luft holen? Mitnichten. Und ich möchte euch daran erinnern.

Freitag startete mein Projekt „Bullet Journal“. Ich mochte das System, dass mich ein Buch täglich begleitet schon in der Ausbildung und im Studium, warum also nicht im Alltag? Ich hatte es nun einen Monat vorbereitet, und ging es los. Es soll bewirken, dass ich mein Leben wieder etwas konsequenter führe. Dinge, die im Haushalt erledigt werden mussten, wollte ich nicht mehr aufschieben, mich aber durch das Abhaken belohnen und mir vor Augen führen, wie ich durch diese Organisation mehr schaffe, und dann auch feste Pausen einplanen kann. Nicht mit Stress, und ständigem Schauen auf die Uhr, sondern mit einem Plan. Ein Plan die Zeit im Fluss zu genießen. Es gab eine Zeit, da war ein Einkaufen eine echt Qual für mich. Diese ganzen Eindrücke, Situationen, die jeder HSP kennt. Doch ich kannte auch eine Zeit noch davor, in der ich im Gleichgewicht war, in der ich zufrieden war, vor allem mit mir. Und ich wusste, das ich trotzdem viel spüren konnte. Es musste also eine Möglichkeit geben, die Kraft einer HSP zu haben, ohne komplett durchzudrehen. Und ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr diesen feinen Schild wieder zu konfigurieren. Erste Schritte waren, eine für mich passende, Morgen-Routine einzuführen, ebenso ein Ritual mit dem ich meinen Tag offiziell beende. Das Alles schuf ich mir im Januar. Ich beendete die Hetze für mich, sah ein, dass früher losfahren und etwas warten, angenehmer ist als, auch nur 2 Minuten zu spät zu kommen und dann im Stress zu sein. Und das Journal ist nur ein weiterer Punkt. (Sorry, meine Texte sind immer mit kleinem Exkurs.) Ich habe also im Januar alles besorgt und motiviert rumgemalt, geklebt, und war sehr kreativ. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Mittlerweile habe ich auch keine Sorge mehr, abends zu müde zu sein, denn ich ziehe so viel Kraft daraus, mir etwas vorzubereiten. Wenn der Tag dann kommt, an dem ich schon eine kleine Zeichnung für mich hinterlassen habe, werde ich mich wieder sehr freuen, und das ich dafür nur solche Kleinigkeiten brauche ist eine meiner Stärken. (Klar, das geht auch in die nicht so ganz positive Richtung, doch darin liegt ja die Herausforderung). Heute habe ich dann, dank meiner Liste keine Ausrede gehabt, weshalb heute nicht gesaugt wurde. Da ich mir aber auch wirklich nur den Haushalt vorgenommen habe, hatte ich noch genug Zeit um ganze vier Stunden zu investieren, eine Hühnersuppe zu zubereiten. Und obwohl viele andere vielleicht denken mögen „Was für ein öder Tag“ trifft dies auf mich nicht zu. Ich hatte genug Zeit für meine Gedanken. Ich konnte mich sowohl voll um mich sowie um meinen Drachen kümmern, den es voll erwischt hat. Ich habe diesen Tag in vollen Zügen genossen. Und daran möchte ich euch gerne erinnern. Es ist dieses typische „Man weiss nicht was man hat, bis es fort ist.“ Deshalb schließt euch mir an, und genießt alle Tage. Auch diese vermeintlich langweiligen. Lasst sie nicht einfach verstreichen, sondern erfreut euch tatsächlich auch daran.

Ich kann nur hoffen, dass ihr diesen Rat beherzigt, ich tue es, denn ich weiss nicht wann es das letzte Mal sein mag. Alles ist vergänglich, daher genießt tatsächlich jeden Tag. Findet das Schöne im Kleinen, dann ist es nicht schlimm, wenn man unschöner Input kommt er wird abgemildert. Dies war mein Weg, wieder ins Licht, einfach jeden Tag irgendetwas Schönes finden, und seien es die Kuschelsocken, die Serie, die einen fesselt und alles vergessen lässt.

So, nun verabschiede ich mich erst mal wieder von dem PC, ich wünsche euch einen wunderschönen, entspannten Abend.

Danke, für Eure Aufmerksamkeit,

Eure Jeraph

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