Warum bin ich hier?

Hallo ihr lieben Leser da draußen!

Ich bin nun die dritte Woche hier mit dabei. Und im Augenblick fühlt es sich so an, dass ich hier eher da bin, um Beiträge anderer zu kommentieren, also das meine Texte das Wichtige sind. Ich meine dies in keinster Weise negativ. Auch fühle ich mich nicht so, dass ich andere bewerten würde, und selbst nichts beitrage. Ne, eher sind da die kleinen Beiträge, die ich so gut verstehe, und gegen die ich eigentlich meine Beiträge in die Welt schicke. Nicht gegen die Personen, oder Beiträge, sondern gegen die Ängste, Sorgen und Trauer, welcher hinter den Beiträge steckt. Und ich möchte zeigen, dass auch wenn man diese Gefühle selbst kennt, (sie mein Leben eine Zeit lang sehr beherrschten) man kann da raus kommen, und sein Leben wieder genießen.

Natürlich ist das absolut nicht leicht, auch wenn ich das in Kommentaren vor meinem lesen durfte. Ne, sicher nicht. Es ist viel Arbeit, man braucht Mut, und den Willen, wieder zu Leben. Dieser Wille fehlte mir eine ganze Zeit lang. Klar, der Wunsch nach einem schönen Leben war da, aber der Wille nicht. Und der ist ne ganze Stange stärker als nur der Wunsch. Ein Wunsch bedeutet, dass mir etwas passieren soll, das mein Leben wieder lebenswert macht. in Partner, ein Job what ever. Aber der Wille, leute, der Wille, heißt, dass ICH in der Lage bin, etwas zu ändern. Es gibt Unabhängigkeit. Aber wie schreibt Reinhard Mey, in seinem Lied Einhandsegler?

Niemand steht über dir, aber auch niemand steht dir bei!

Und das stimmt so ziemlich. Ich dachte erst, warum hilft mir niemand, meiner wenigen aber doch ach so tollen Freunde. (Und ja ich weiss, eine Freundin liest es. Bitte lies weiter, ja? ^^) Sie konnten nicht. Sie steckten in ihren eigenen Leben, und ja es kam ab und zu eine Nachricht wie es mir ginge, aber trotz dessen, dass ich immer schrieb wie es mir ging, ehrlich schrieb. Konnte keiner helfen, machte nicht mal den Versuch. Kamen nicht zu Besuch, oder versuchten es anders. Irgendwann wurde mir klar, wenn ich mich nicht selbst rette, werde ich untergehen. Und das liebe Leser, wollte ich nicht. Ich bin, wie schon mal erwähnt, sehr STUR! Und dieses Leben, kann nicht so schrecklich sein, als das ich wirklich aufgebe. Diese Blöße wollte ich mir nicht geben. So kam mein Funke zurück.

Wenn ich mich damals beschreiben sollte, dann wohl als ein kleines Häufchen, kraftloser Pampe. Da war nix. Ich wollte nicht aufstehen, ich wollte nicht raus. Nur atmen, ja das ging so gerade nicht. Aber wenn ich mir vorstellte so, meine restichen Jahre zu verbringen, ich war hm, so um die 27, da war es noch ein bissl Zeit, bis mein Körper das Atmen aufgeben würde. Öhm,.. aber so?!? Ne, ich kannte mich doch anders. (Das war ein Vorteil, klar…) Ich wusste, dass ich unheimlich stark sein konnte, warum war ich es dann nicht einfach? Ich sprach in dieser Zeit oft mit meiner Großmutter, mein Fels in der Brandung. Ich sagte ihr immer:

Ich bin in einem Loch, aber Omi ich verspreche dir, der Boden hier ist aus Beton, fest und hart. Und ich habe Flügel, irgendwann komme ich wieder hoch! Aber im Augenblick, bin ich noch hier unten… Ich habe die Kraft noch nicht, aber sie kommt zurück!

Ich wollte nicht, dass sie sich zu große Sorgen um ihre kleine Maus macht. Und in meinem Innern wusste ich, dass ich wieder stark und gesund werden kann.

Anfangs richtete ich eine Cafe-Bar in meinen Gedanken ein. Ich konnte meine Gedanken nicht abstellen, aber sie lenken, und ordnen. Hm, ich erinnere mich, dass die Angst immer ihre Extrawurst bekam, kleine heulendes Kind. Das machte es irgendwie weniger schlimm. Die Angst war das Kind, dass immer heult, damit es seinen Willen bekam. (solche Kinder, konnte ich noch nie leiden) Das bedeutete für mich, dass ich darauf achtete wann sie diese forderte, und ob sie sie wirklich verdiente. ^^ Ich habe die personifiziert, sie war kein Gefühl mehr, sondern etwas, mit dem ich reden konnte. Das ich kennen lernen konnte. Hm. Also irgendwie wurden wir Freunde. So seltsam das auch klingt.

Was kam dann? Ich hatte Angst vor anderen Menschen. Tja, nur scheiße, wenn man einkaufen muss, weil man als einziger nen Führerschein hat, und der Drache, auch eher der schlafende Drache war. Also muss das ja. Ich selbst habe in dieser Zeit kaum gegessen. Zum Einen, weil kochen nichts meins ist, das tut der Drache, aber der braucht Zutaten, woher soll ich zum Teufel wissen was er braucht, wenn ich nicht koche? Wir haben dann eine mobile Kochapp benutzt, und gemeinsam ein Kochbuch aufgebaut, in dem ich genau sehen konnte was er brauchte. Teilweise, ist er auch virtuell mit einkaufen gekommen, per Whats app, das hat mir sehr geholfen. Wieder ein Hürde. Zum anderen, habe ich nicht mehr viel gegessen, wegen meiner Zähne. Hm. Ich habe sein Kind an schlechte Zähne, damals war die Zahnärzte anders, und nachdem ich 3 Jahre jeden Mittwoch zum Zahnarzt musste, sagte ich mit 18 ich will nicht mehr. Das hatte leider den Effekt, das sie verfaulten, und schmerzten, und tja, damit war Essen echt ne Qual. Aber die Angst, mal wieder hinderte mich daran, mich zu heilen. Damit sollte ja Schluss sein. Also wurde dann auch das angegegangen. Hat mein Drache Augen gemacht, als ich nach Haus kam und sagte, „morgen wird mir der erste Zahn gezogen!“ Er kam mit und hat mirversprochen dem Arzt eins auf die Nase zu geben, wenn er nicht brav ist. ^^ Einfach klasse. Natürlich hatte ich Paras! 10 Jahre nicht beim Zahnarzt. Als HSP sollte mir ein Zahn gezogen werden! Alter Falter, hatte ich Bammel! Aber berührt, geführt! Wie die alte Schachregel besagt. XD Ich habs durchgezogen. Eine Woche später wurden 5 Zähne in einer Sitzung gezogen. Ich lache mich gerade innerlich schekig, weil ich es geschafft habe! Tja, dann bekam ich meine Prothese. Und ich bekam einen Adventskalender, von einer guten Freundin. Ihr müsste euch vorstellen, dass ich 10 Jahre keine Süßigkeit ohne Schmerzen gefuttert hatte. In diesem Kalender, war am ersten Tag, ein weißes Minzblatt. Und ich könnte noch immer heulen, wie schöne es war, dies im Mund zergehen zu lassen und keine Schmerzen zu empfinden! Ich saß mit geschlossenen Augen in der Mensa und genoss und war dankbar! Ich war MIR dankbar!!

Tja, gut, nachdem ich diese, meine größte Angst bewältigt hatte, war das natürlich ein Boost.

Hm, nun fällt es mir schwer weiter über diese schwere Zeit zu schreiben. Denn mit diesem Erlebnis spürte ich endlich wieder meine Kraft. Ich hatte gemerkt, dass es so nicht weitergehen durfte. Vorgenommen hatte ich mir das in Island, ein Trip, der mir meinen größten Wunsch erfüllen sollte. Ich wollte und habe die Nordlichter über mir gesehen. Und danach hab ich mir vielleicht auch sowas gedacht wie: „Naja, wenn du nun beim Zahnarzt umfällst, hast du die gesehen, also machs halt ^^“ (Ja, ich bin wahrlich irre, aber ich mag mich sehr!)

In Island, gab es auch einen Schlüsselmoment, als ich mit meiner Freundin auf dem Bett saß. Wir redeten über die letzte Zeit, auch ihr war es nicht gut ergangen. Wir redeten über soziale Plattformen, und dass sie meine Beiträge dort nicht angezeigt bekommen hätte. Und dann zeigte ich ihr als die Hilfeschreie, die Trauer, die Ängste und Sorgen. Und sie war sichtlich überrascht, dass ihr das alles nicht bewusst war, obwohl ich auch ihr geschrieben hatte. Und sie erschrak darüber, das nur weil sie Beiträge nicht gesehen hatte, sie auch sonst nicht gemerkt hatte wie schlimm es um mich gestanden hatte. Es wäre das typische:

Ach. hätte sie doch was gesagt, wir hätten ihr doch geholfen! Sie war ja immer still BLA BLA BLA!

gewesen! Und tatsächlich, sagte sie sogar, ich hätte ja was sagen können!!! Ich habe in dem Moment nicht klein bei gegeben. Ich habe ihr unsere Gespräche in Erinnerung gerufen! Und habe auch gesagt, dass sie mich auch hätte gehen lassen! (Und ich war eine Zeit lang, sehr wütend auf die Welt, wie mich einfach jeder hätte gehen lassen!)

Heute bin ich nicht mehr böse, ich habe verstanden, dass ein jeder sich selbst retten muss! Und an dieser Stelle schließt sich auch der Kreis. Ich bin gefallen, weil ich jemanden retten wollte. Ich sah jemanden fallen, und wollte sie retten. Doch durch meinen Fall habe ich gelernt, dass auch ich niemanden retten kann, der nicht selbst den Willen zu LEBEN in sich trägt. Das geht nicht! Leider.

Heute bin ich noch sehr gut mit der Freunden, befreundet, mit der ich in Island war. Ich versuche ihr zu helfen, Ratschläge zu geben. Die meist darin enden, dass sie sich mehr Ruhe gönnen soll, die sie getrost in den Wind schlägt. *lach* Sie sei nicht der Typ dafür. Und deshalb bin ich glaube ich HIER! Einfach um zu helfen. Ein Licht in dunklen Zeiten zu sein, und zu zeigen, dass es einen Weg zurück gibt. Es ist NICHT leicht, aber WORTH!!! Jeder einzelne Schritt, war eine Herausforderung für sich. Und an jedem Punkt, hätte ich aufgeben können, dass ist mir mittlerweile klar, in diesen Situationen, habe ich mir diese Option allerdings nicht gegönnt. ^^ Nein, never surrender!

Tja, nun kennt ihr eines meiner schlimmsten Jahre, und zugleich das in dem ich meine größte Entwicklung durchgemacht habe. Und auch wenn ich es nie WIEDER durchmachen will, bin ich froh um diese riesige Angst die ich hatte, denn nun kann ich leute, die diese spüren, sehr gut verstehen. Ich habe nichts übrig für Selbstmitleid, wohl aber für den Schritt, sich hier zu öffnen, und zu zeigen, dass solch eine Phase hat. Aber lasst es nicht mehr als eine Phase in eurem Leben sein. Egal wie lang sie (schon) andauert, arbeitet daran, in kleinen Schritten. Feiert jeden noch so kleinen Erfolg! Seid stolz, dass ihr (immer noch) hier seid! Jeder Tag ist eine neue Chance!

So, meine Lieben. Ich habe nun noch ein paar Dinge vor, an diesem schönen Sonntag. Zum Abschluss noch zwei Bilder.

(Und nur für das Protokoll: Ich mag beide Bilder, und beide Ichs, jede war auf ihre Weise stark, hat viel gelacht, und der Welt die Zähne gezeigt, auch wenn es zeitweise ein paar wenige waren!)

Nun bleibt mir nur noch euch einen wunderschönen Sonntag zu wünschen!

Bis bald liebe Leser,

Eure Jeraph

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s