Beste Freundinnen!

Sie blickt in das Gesicht ihrer Freundin. „Oh, schön dich zu treffen. Du siehst aber gar nicht gut aus. Hast du ein paar Minuten?“ So fing es immer an. Sie hatte erwartet sie zu treffen, aber ansprechen tat sie sie nur, wenn sie eigentlich keine Zeit hatte, und zu dem meist „nicht gut“ aussah. Jennifer schnaufte, doch die Freundin überhörte dies. „Was ist los?“, fragte sie statt dessen. Natürlich ihre Freundin machte sich aufrichtig Sorgen um sie. Und sie hatten sich viel zu lange nicht mehr unterhalten. Danach ging es Jennifer ja meist auch besser, trotzdem musste sie direkt los. „Ach, du weisst schon, alles gut.“, sagte sie deshalb, und hoffte, ja flehte innerlich, ihre Freundin würde von der gefundenen Beute ablassen. Aber nicht heute, nein sie würde sie aufreißen und alles ans Licht bringen. Ihr Inneres nach Außen kehren, und all ihre Mauern niederreißen. Es war so weit.

„Aha, alles gut. Na, so siehst du nicht aus. Und melden tust du dich auch kaum. Ich kriege dich kaum zu Gesicht, nie hast du Zeit. Wofür sind Freunde da, wenn nicht um zu quatschen. Wie siehts in deinem Leben aus?“ Sie dachte nach. Ihre Freundin wollte die Wahrheit, und keine Floskeln. Sie wollte JETZT ihre Zeit. Und tief in ihr, wusste sie, dass es notwendig war es genau JETZT zu tun. „Ach, Sabby. Ich weiss wirklich nicht was du sehen willst. Ja, ich sehe etwas zerzaust aus.“ Sie lächelte, und versuchte sich das Haar zu richten. „Naja, stimmt schon, du sahst schon schlimmer aus.“ Sabby spielte sich verunsichert im Haar. „Es war heute morgen etwas hecktisch.“ Sie lächelte entschuldigend, und da lächelte auch Sabby. „Ich weiss du möchtest auf mich aufpassen. Du bist doch für mich wie eine Schwester, die stets für mich da bist. Und eigentlich siehst du mich doch jeden Tag, oder?“ Die beiden zwinkerten sich zu. Ja, die beiden kannten sich schon ewig. Und sie würden immer aufeinander Acht geben. Echte Freundinnen eben! Und auch wenn Jennifer sich mehr Zeit für Sabby nehmen sollte, gab es doch immer wieder diese kleinen Momente.

Dann schaltete sie das Licht aus, wendete dem Spiegel den Rücken zu und verließ das Bad.

Später als sie im Zug dem Kontrolleur ihren Ausweiß zeigte, zog dieser die Augenbrauen hoch. Er war süß, ungefähr in ihrem Alter. „Jennifer Sabrina, was für ein schöner Name.“ Sie lächelte und nahm den Ausweis entgegen.

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