Utopia – Eine Familie?

Sie steht vor dem Wegweiser. Und das schon seit Stunden. Ihre Füße sind starr. Sie sieht aus, als hätte jemand den Stecker von ihr gezogen. Doch in ihr sieht es ganz anders aus.

In ihren Gedanken entstehen Bilder, aus diesen bilden sich Welten. Und sie stellt sich vor, wohin sie dieses Wort bringen wird.

„Was ist Utopia?“, fragt sie sich selbst. Ihre Stimme klingt heiser. Doch niemand antwortet. „Ist mein Utopia das Gleiche, wie das eines jeden anderen? Und wenn nicht.. Kann mein Utopia zur gleichen Zeit wie das eines anderen existieren? Oder werde ich dort ganz alleine sein?“ Sie klingt traurig. Die Blumen, die um das Schild wachsen, erstrahlen in ihren Lieblingsfarben. Sie macht zögerlich die erst Schritte, da atmet sie den süßlichen Duft ein. Ein Wort kommt ihr in den Sinn:“ himmlisch“.

Die Disziplin steht auf verlorenem Posten. Der Wind schickt sehnsüchtige Stimmen. Er weht in Richtung des Weges, schiebt sie förmlich vorwärts. Also begibt sie sich auf den Pfad.

Als sie weitere Stunden gelaufen ist, sieht sie einen Obstgarten. Dort erntet gerade ein Mann Äpfel. Sie kommt bei ihm an und grüßt. „Was ist Utopia?“, fragt sie unverblümt. Der Mann sieht sie an. „Das alles hier“ er zeigt auf das Land um sie herum. „Siehst du das nicht? Den lieben langen Tag ernte ich meine Pflanzen“, er zeigt auf einen Apfel in seiner Hand und bietet ihn ihr an. „Hast du Familie?“ Sie schaut sich um, doch sie kann niemanden erblicken. Der Mann atmet schwer, und scheint kurz bedrückt. „Ja schon, ich hatte Familie. Aber die sind.. Oh sieh mal, eine Viola Tricolour.“ Er bückt sich zu dem kleinen Stiefmütterchen, das vor einigen Momemten noch nicht dort blühte. „Was ist mit deiner Familie?“ „Was? Oh, die sind den Weg etwas weiter gelaufen. Du wirst sie schon nocht treffen.“ Er winkte sie weiter, als verscheuchte er mit ihr auch alte Erinnerungen. “

Sie blickte noch einen Augenblick traurug an. Dann fragte sie sich, ob sie nicht lieber zurück gehen wollte. Doch der Weg zurück wäre schnell gefunden, wenn es ihr gar nicht gefiele. Und so ganz hatte sie das Wort noch nicht begriffen. Also lief sie weiter.

Sie brauchte nur einige Minuten um die Frau zu finden. Ein riesiges Haus samt Swimmingpool stand da am Wegesrand. Die Frau sonnte sich neben dem Wasser. Ein Kellner brachte ihr gerade ein gekühltes Getränk. „Hallo, sind sie hier ganz allein?“, fragte sie. Die Frau nahm die Sonnenbrille ab. „Hm..? Tja, du bist sicher meinem Mann schon begegnet. Weisst du, ich hatte Pläne. MIT ihm. Aber als wir diesen Weg betraten, wurde mir klar, das ich weitergehen musste. Er wollte eben nicht das was ich wollte“, sie zuckte die Schultern, setzte die Brille wieder auf und scheuchte die junge Frau mit der Bewegung fort, die auch ihr Mann genutzt hatte.

Ein weiterer Beitrag zur Blogparade von Alice. Leider ist er ein paar Worte zu lang. Allerdings die Geschichte zu splitten wäre auch doof. Man verzeihe mir den Regelbruch.

Liebe Grüße

Eure Jeraph

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3 Kommentare zu „Utopia – Eine Familie?

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