Meine Erinnerungen

Hallo ihr Lieben, nun der dritte Beitrag zur Blogparade von Alice:

Ich habe hier schon oft erwähnt das ich PTA bin. Nun, heute war so ein Tag an dem ich an Vieles von Früher erinnert wurde.

Meine Ausbildung war nicht leicht. Ich hatte als Realschülerin unter vielen Abiturienten nicht die besten Voraussetzungen. Auch zu Hause war es eher schwierig, hatte ich kein Zimmer und schlief in der Küche meiner lieben Großeltern, die mich nach dem Tod meiner Mutter aufgenommen hatten. So war ich sehr überfordert mit der Ausbildung. Als es im 2. Jahr der Ausbildung auch noch 5en hagelte, neben der Neurodermitis am kompletten Körper, musste ich einfach in meine eigene Wohnung. Glücklicherweise traute die Sozialarbeiterin mir das mit 17 zu. Mein Opa war erst verstimmt, doch als sich auch unser Verhältnis besserte war er, denke ich, zufrieden. Ich zog die Ausbildung durch. Biss mich durch, aber ich hatte immer das Gefühl hinterher zu hinken. Immer dachte ich alles schlechter als die anderen zu verstehen, und leider traf das durch den zusätzlichen Druck den ich mir machte, öfter ein als mir lieb ist. Doch heute bin ich dennoch PTA genau so wie die jungen Mädchen, die mit mir abschlossen.

Heute stand ich in der Apotheke. Nach 5 Jahren Abstinenz, habe ich seit fast einem Jahr wieder eine Anstellung als PTA. Momentan bin ich Springer in einer anderen Apotheke als die letzten Monate. Diese Apotheke zeichnet sich durch eine große Freiwahl aus. (Die Regale, die vor der Verkaufstisch stehen, an die ihr selbst drangehen könnt 😉 ) Das bedeutet für mich, dass ich viel beraten muss. Also auf Wissen aus meiner Ausbildung zurückgreifen muss. Erst wollte wieder dieses Gefühl aus der Ausbildung kommen, alle können es besser als ich. Und dann kamen die Erinnerungen eben doch. Wie gute Freunde, flüsterten sie mir die richtigen Hinweise in Ohr. Fröhlich winkt förmlich die Packung aus dem Regal und lockt mich an das richtige Regal. Ich habe mich eben weiterentwickelt und die Noten von früher treffen nicht mehr zu. Eine PTA wächst zum Glück an Erfahrungen, sie wind wie gute Weine, mit dem Alter immer besser. Und so war der Tag echt wunderschön, und ich musste oft an die diese Blogparade denken. ^^

Unglaublich, ich hätte gewettet ich wäre über die 400 Wörter gekommen, aber der reine Beitrag ist definitiv kürzer, Glück gehabt. Die Regeln und den Weg zu Alice wundervollen Blog findet ihr genau: HIER!

Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit

Eure Jeraph

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Erinnerungen (Beitrag für die Blogparade von Alicemakeachoice)

Die zweite Blogparade von Alice ist gestartet. Die Regeln findet ihr hier. Das neue Thema heisst: Erinnerungen.

Du blickst in den Spiegel.

Dann stürzen sich auf dich. Sie tragen dich in die Untiefen deiner Gedanken. Sie krallen sich in deinen Haaren fest, kratzen deine Haut auf und dringen tief in deinen Geist. Unruhig beginnst auch du dich zu kratzen. Ein entrinnen gibt es nicht. Wie willst du vor etwas fliehen, das in deinem Kopf ist? Du weißt es nicht. Unruhig blickst du dir in die Augen, und siehst doch weit entfernte Bilder. Es gibt keinen Chirurg, der dir helfen kann. Die Medizin ist vorangeschritten, Löcher im Kopf werden wieder verschlossen. Tränen rinnen dir über die Wangen.

Irgendwann schließt du die Augen. Erst hast du sie zugekniffen, siehst immernoch alle Bilder. Doch du bringst zu begreifen, es ist nicht echt. Die Situation ist schon überstanden. Du bist Opfer eines Reliktes aus alter Zeit geworden. Dein Atem beginnt ruhiger zu fließen. Deine Muskeln entspannen sich. Die Erinnerung verblasst langsam wieder. Und plötzlich lächelst du. Dein Spiegelbild grinst verschmitzt, sie ist die einzige, die wirklich versteht. Verstehen kann. Deine beste Freundin, denn sie teilt deinen Schmerz. Und die Erinnerungen.

Allein in einer Familie

Ich betrete den Raum. Als erstes schlägt mir kalter Zigarettenrauch entgegen. Ich gehe soviele Schritte in den Raum rein, wie es zum Buffet braucht. Nun bin ich in der Falle. Es kommt mir vor als hätte ich mich selbst zum Schlachter gebracht. Die ersten haben mich entdeckt. Sie inspizieren mein Outfit, meine Hose sitzt sicher zu eng. Meine Haare, die mal wieder nicht genug glänzen. Mein Herz geht schneller. Ich blicke zurück, doch ich nehme kaum etwas von den anderen wahr. Während Sie jeden noch so kleinen Fehler von mir mit Habichtsaugen erkennen. Zum Beispiel meine Schuhe, die nicht ganz zu meinem Rest passen wollen. Mir wird schwindelig und mein Herz rast inzwischen. Ach, wäre nur mein Nico hier. Alles wäre besser mit ihm, er würde lachen, und sie würde ihr Angst verlieren. Aber der konnte heute nicht mit auf diese Familienfeier.

„Hey Rina, wo ist denn Nico heute Abend?“, spricht mich Toni an. Tief durchatmen, es ist eine berechtigte Frage. Und dennoch, sie schaut mir so genau an. Warum starrt sie so? Ich muss hier raus, mir ist heiss und die Panik steigt meine Kehle hoch, droht mich zu ersticken. Ich bringe noch „Nico spielt heute woanders. Habe was im Auto vergessen“ hervor und stürtze dann aus dem Raum.

Im Auto angekommen weint sie, endlich allein. Keine stechenden, fragenden Blicke. Jetzt will sie zu Nico. Sie will ihm noch gute Nacht sagen bevor sie nach hause fährt. Dann kommt sie auf dem Parkplatz des alten Stadtfriedhof an. Irgendwann würde sie seine Geschichte erzählen…

Ein weiterer Beitrag zur Blogparade von Alice. 🙂 Den Hauptbeitrag von ihr, finder ihr Hier. ^^

Vom Schmetterling und Wirbelsturm.

Dann möchte ich auch etwas zur Blogparade von alicemakeachoice beitragen. 🙂 Hier findet ihr die ganze Beschreibung der Aktion.

Das Thema ist „Beobachtungen“.

Sie lag in ihrem Bett. Es war gerade dunkel. Nein, eigentlich war es immer dunkel um sie herum. Sie hörte Schritte, die an ihrem Zimmer vorbeigehen. Das war ihre Mutter, sie lief morgens immer schnell hin und her.

Ihre Gedanken driften ab, sie ist auf einer Lichtung. Die Sonne lässt das Gras in ganz verschiedenen Tönen von Grün leuchten. Lilli sieht einen Schmetterling. Seine zarten Flügel glitzern. Die Zeit scheint still zu stehen, als er auf sie zufliegt. Sie nimmt nur diesen Falter wahr. Hat ihr Bett vergessen, die Schritte ihrer Mutter hört sie längst nicht mehr wahr. Der Schmetterling kommt näher und näher. Bald schon erkennt sie die zarte Zeichnung auf seinen Flügeln. Sie spürt schon die Wärme, der Sonne auf ihrer Haut. Irgendetwas brennt dort, doch sie schüttelt den Kopf, verdrängt den Gedanken

Zuhause sitzt Maurice am Bett seiner Tochter und streicht ihr vorsichtig über den Arm, welcher vom Feuer zerfressen erscheint. Ihre Gesichtszüge verziehen sich, schnell zieht er dir Hand zurück. Er beobachtet ihre schwachen Atemzüge. Wie sich der Brustkorb ruhig hebt und wieder senkt. Beobachtet ihre Nasenflügel, und hört wie der Atemstrom ihren Körper langsam wieder verlässt. Der Arzt hatte ihnen nicht viel Hoffnung gemacht. Es gäbe eine geringe Chance, dass sie zuhause mit bekannten Reizen zurückfinden würde. Das wäre aber nicht bei vielen Komapatienten der Fall. Maurice hatte nach jedem Strohhalm greifen wollen. Doch lange würde seine Frau das nicht mehr aushalten können. „Du musst bald zurückkommen, Lilli. Ich werde hier warten.“ Wieder nahm er ihre Hand. Er beobachtete sie wieder. Sie war der Mittelpunkt seines Lebens. Alles war in den Hintergrund gerückt, Schlaf, Essen, Freundschaften, alles nebensächlich. Seine Tochter brauchte ihn, und er musste sie beobachten, er durfte kein Zeichen übersehen. „Kein Zeichen,..“ Maurice sank erschöpft nieder. Nicht nur seine Frau würde bald zusammenbrechen. Mit dem letzten Gedanken sank er in einen tiefen Schlaf, denn der Körper nimmt sich was er braucht.

Maurice blickt sich um. Er geht ein paar Schritte, fragt sich wie er hier her kommt. Wo ist seine Tochter? Er muss auf sie Acht geben, vielleicht ist sie gerade wach geworden und er ist… hier. Wo auch immer hier ist. Da erblickt er einen einen Wirbelsturm am Horizont. Er lächelt, denn er weiss nun wo er seine Tochter findet. Er macht sich auf den Weg zum anderen Ende der Welt, um einen Schmetterling zu finden.