Mich selbst entwickeln, beim ganzen Ich-selbst bleiben

Ihr Lieben, es drängt mich wieder zum Schreiben..

Ich habe hier ja die letzten Tage von meinem Gedankenbuch, bullet journal oder wie ihr es auch nennen wollt geschrieben. Und das bringt mich gerade zum Nachdenken. Immer wenn ich davon erzähle höre ich Sätze wie „ach das würde ich auch gern durchhalten. Ich fände immer an und dann hört es auf“ und dann kommt mir der Gedanke, dass mir das als Kind doch auch so ging. Wie viele Bücher hab ich vollgekritzelt. Allerdings auch immer nur 1 bis 2 Seiten.. Was hat sich geändert und wie? Ich sehe dich immer noch den Chaot obwohl ich scheinbar doch gewachsen bin.

Wenn ich so drüber nachdenke, dann höre ich immer meinen Opa, der mir sagte ich müsste disziplinierter sein. Ok, das hat er nie so wirklich gesagt aber im Subtext. Mein Onkel hat mir viele Filme mit japanische Philosophie gezeigt. Ehre, Disziplin, Loyalität, Ehrlichkeit. Ich empfand diese Tugenden als erstrebenswert. Und habe mich immer bemüht danach zu lernen. Ich habe hier schon beschrieben wie ich mich dazu erzog mein BuJo zu führen.

Allerdings komme ich gerade auf den Gedanken, dass ich abnahm diese Tugenden Seiten auch für andere erstrebenswert. Gut, dass Ehrlichkeit nicht dazugehört lernte ich schmerzhaft und schnell. (Dennoch gebe ich jedem weiterhin die Chance als ehrlich zu gelten bis er mir das Gegenteil beweist.) Ich maß mich immer an diesen Standards und da ich sie lange nicht erreichte fühlte ich mich schlecht. Wenn ich aber heute diese Sätze höre spüre ich verschiedene Gefühle. Einerseits klopft mir ein Teil meiner Selbst auf die Schulter und ist stolz. Ein anderer Teil versucht den Gesprächspartner zu helfen. Der nächste Teil murmelt, das es auch für mich Disziplin bedeutet das weiterführen.

Wenn das Gespräch dann weitergeht und ich merke das der andere sich für mich „festgeschrieben“ (wie auf eine Diskette festgeschrieben sei. Unfähig sich zu verändern.) dann beende ich das Gespräch. Es tut mir weh, ein Wesen so zu sehen. Ich konnte so nicht leben.

Gut, natürlich will ich ich selbst sein. Nicht nur anpassen o. Ä. Aber ich will auch an mir arbeiten, mich entwickeln, mich herausfordern. So oft will ich das, dass ich manchmal ins Halten muss um zu sehen wer ich gerade bin.

Und diese ganzen Gedanken haben mich dazu gebracht mein vorgenommenes Yoga heute wieder aufzunehmen. Erst wollte ich das mit der Wii machen, das hat mir früher Spaß gemacht. Allerdings hat sich das Ding versteckt. Kurz kam der Gedanke auf das ich es verschieben könnte. Doch nix da, eine nette Yoga App und eine Wolldecke taten es für den Anfang auch 😜

Ich hoffe ich konnte euch dazu inspirieren, bei dem ganzen Du-selbst bleiben, trotzdem etwas zu verändern.

Liebe Grüße eure

Jeraph

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Gedanken-Buch zerstört, dann auf ein Neues!

Ich habe hier schon öfter erwähnt, dass mein Gedanken Buch oder neuerdings mein Bullet Journal mir sehr viel bedeuten. Nun heute, gerade ein paar Tage nachdem ich endlich mit dem Buch zufrieden war, ergießt sich eine Getränkedose über denselben… Alles futsch..

Erst mal war ich sehr traurig. Aber und das bemerkte ich gerade, nicht so hart verzweifelt. Nicht diese bodenlose Traurigkeit. Klar, viel Arbeit steckt darin. Und ich wollte so manches mal noch darein schauen. Allerdings habe ich mir vorgenommen mir das buddhistische Prinzip des Loslassens anzueignen. So hatte ich mir vorgenommen, das es iwann einfach in den Müll kommt. Es hatte seine Zeit und diese ist vorbei. Doch ich dachte ich hätte noch Zeit.

Tja, wie oft denken wir das?.. Da kam sich jeder seine eigenen Gedanken zu machen. Ich brauche nicht daran zu appellieren, dass ihr eure Zeit nutzen sollt. Das wisst ihr selbst.

Nö, hier geht’s gerade darum, dass etwas kaputt gegangen ist. Etwas das mir wichtig war, dass mir Sicherheit gegeben hat. Aber auch darum etwas gehen lassen zu können. Darum es anzunehmen, es ist wie es ist. Es ist nicht schlimm, traurig noch schön oder erfreulich. Es ist einfach so. Meine Reaktion macht daraus was es ist. Meine Gedanken erschaffen meine Realität. Und ich habe gerade heute morgen einen Beitrag über Neutralität gelesen. Ja, ich bin dieser Situation jetzt mal neutral gegenüber. Dieser Tag war anstrengend und DAS hätte das i-Tüpfelchen in KÖNNEN. Wird es jedoch nicht, denn ich entscheide mich dagegen.

Nun muss ich mich nur noch gegen die, sich androhende, Migräne entscheiden 😉

Ich wünsche euch einen schönen Abend

Eure

Jeraph

Es war spannend, wie ich mich entspannte…

Hallo werte Leser,

Heute will ich euch etwas über Entspannungsmöglichkeiten schreiben. In meinem Leben haben sie schon oft und in den unterschiedlichsten Situationen Anwendung gefunden. Die erste Situationen war, als ich mir eine schwere Verbrennung zugezogen habe. Das Qualvolle war, wie sich herausstellte, jedoch nicht die Verbrennung, sondern die Allergie, die ich gegen die Verbrennungsalbe entwickelte. Ich musste die Wunde jeden Abend verbinden, und gegen den unbändigen Juckreiz ankämpfen, der mich immer noch kurz irritiert während ich darüber schreibe. Meine Erste Reaktion war:

Distanz (Visualisation)

Ich arbeitete damals mit einer Visualisation. Das habe ich als Kind in schwierigen Situationen oft gemacht. Ich stellte mir vor, mein Bein (dort war die Wunde) gehöre nicht zu meinem Körper. Ich wusste, dass es weiterhin mit Blut versorgt würde, egal was ich mir vorstellte, aber das Gefühl, dass das Bein nicht zu mir gehörte, machte es leichter den Juckreiz auch von mir zu weisen. Ich spürte ihn zwar, allerdings war nun ein Abstand geschaffen.

Das nächste Mal, dass ich eine Entspannungsmethode brauchte, war während der Lehre. Die Umstände waren, nun nennen wir sie schwierig, und ich entwickelte eine Neurodermitis. Da lernte ich, dass mein Körper mir Signale sendet, die ich berücksichtigen sollte. Das lernte ich natürlich auch, weil ich PTA wurde und das so das grundliegende ist was man aus dieser Ausbildung mitnehmen sollte XD Ich klapperte alle Ärzte ab, was ich denn tun könnte. Aber bis auf Cortisonsalben und das ich (warum auch immer) nie wieder Milch trinken solle, bekam ich nichts. Dann bekam ich von einer Freundin eine CD über:

Autogenes Training

Von pixabay.com

Ich legte also die CD abends ein, und dann legte ich mich hin, und nutzte die Zeit vor dem Schlafen für meine Übungen. Auch für die Neurodermitis nutzte ich eine Kombi aus der oben genannten Visualisation und dem Autogenen Training. Eigentlich kann ich bei körperlichen Problemen sagen, dass ich immer mit der Visualisation anfange. Das ist auch praktisch um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Beim Autogenen Training lernte ich dann, durch den Bodyscan, das Erfühlen meines Körpers. Also möglichst früh eine Überforderung oder andere Gefühle und Gedanken kennen. Ich machte diese Übungen 3 Jahre jeden Abend, Und ich begann zu merken wie gut die Entspannung und diese Ruhe mir tun.

Dadurch überlegte ichmir, dass ich diese Ruhe nicht nur in extremen Situationen brauche und will, sondern dass ich ein Gleichgewicht möchte, um extreme Gefühle besser zu verarbeiten. Den Begriff der HSP kannte ich da noch nicht. Das war vor, so ca. 12 Jahren. Ich spürte aber schon, dass mein Drache wesentlich ruhiger war, und trotzdem in Gedanken und ähnliches abschweifen konnte. Er hat zu dem Zeitpunkt viel meditiert und das schien mir ein guter Weg zu sein.

Meditation

Von pixabay.com

Ich begann mich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen. Die schienen mir mit Mitgefühl und Dankbarkeit, eine geeignete Meditationsgrundlage. Anfänglich viel mir das alles unendlich schwer, allerdings hatte ich das Gefühl es kann was draus werden, wenn ich dem Ganzen mehr Zeit gebe. Ich habe mir Bücher gekauft und und begonnen die Meditation irgendwann nicht mehr nur zu einer festgelegten Zeit in meinem dafür vorgesehenen Zimmer sondern auch draußen zu machen. Ich schweifte manchmal in meine Gedankenwelt ab, eine Möglichkeit ist es nämlich: alle Gedanken einfach kommen und gehen zu lassen. Ohne sie zu bewerten oder anzusehen noch nicht einmal sollen sie registriert werden. Die Art tat mir sehr gut. Hm, ich denke ich muss die verschiedenen Meditationsmöglichkeiten gar nicht erklären. Ihr könnt euch selbst mal ansehen was da was für euch sein könnte. GU hat eine sehr schöne Reihe kleiner Bücher. Die kann man überall mit hinnehmen und sind echt schön geschrieben. Aber was man da wissen muss ist, es ist a) kein Allhgeilmittel, und b) es braucht Zeit. Diese Entspannungsmöglichkeit ist eine Art Lebensumstellung. Es braucht Zeit, und diese Thema will reflektiert werden. Und man muss sich da echt mal drauf einlassen. Das kann einen HSP schon mal ziemlich flashen, weil da vielleicht manchmal noch viel tiefere Gedanken zum Vorschein kommen. Allerdings braucht ihr keine Angst haben, wie hab ich heute gelesen? Unsere Gedanken gehören nur uns selbst, also begegnet ihr auch in einer Meditation nur euch selbst. 😉 Mir macht das alles sehr viel Spaß, und ich habe mich dadurch sehr viel besser kennen und mögen gelernt.

Ich glaube die Meditation war die für mich wichtigste Methode. Ich habe für mich mittlerweile ein Gleichgewicht gefunden, und stressige Situatinen machen mir nicht mehr so viel aus. Zum Thema „Distanz“ würde ich noch sagen, dass klappt auch um geistigen Raum zwischen sich und einer Person zu schaffen. Sonst habe ich noch die Perlen der Stille Methode probiert. Man nehme ein Armband mit Perlenen, und taste jede Perle ab, dabei sagt man einen Kraftsatz. Hm, ja, am Ende läuft es wieder auf eine visualisation raus. Aber kann für haptisch begabte Menschen durchaus von Vorteil sein. 😉

Vielleicht noch ein Tipp, um mal eine längere Zeit regelmäßig zu meditieren: Ich habe mir den Meditationskalender von GU geholt, da war für jede Woche ein Spruch oder ein Gedanke aus dem Buddhismus. Ich finde jede Woche einmal meditieren ist erst mal ein guter Anfang, man kann zur Not wenigstens einmal am Sonntag (oder welches euer freier Tag ist) meditieren ohne etwaige Familie oder Freunde vor den Kopf zu stoßen 😉

So, dass war es von meiner Seite erste mal, solltet ihr irgendwo nähere Infos zu haben wollen, lasst es mich wissen, ich wünsche euch nun erst mal einen entspannten Sonntag!

Liebe Grüße

Eure Jeraph

Hallo Ich!

Manchmal kommen die Momente, da vergleiche ich mein Leben, mit einer vorherigen Variante. Ich frage mich dann auch die „ganz normalen Fragen“ Hast du noch genug Zeit? Meditierst du genug? Schläfst du in diesem bequemen Leben ein?

Ich lehne mich zurück, und sehe meine Lebensweise an. Ich kritisiere, wie bei einer Freundin, die ich lange nicht sah, was sie doch ändern wollte, und noch nicht ganz durchgesetzt hat. Aber meist bin ich auch so nachsichtig, wie eine richtig gute Freundin.

Dann komme ich meist zu keinem rechten Schluss, weil ich alles aus einer gewissen Distanz sehe. Kehre ich dann quasi zurück und lebe wieder ein paar Tage, dann weiss ich alles ist gut.

Und besonders merke ich es an Tagen wie heute. Ich hatte heute morgen eine extrem stressige, und für mich peinliche Situation. Doch ich bin nicht aus der Haut gefahren. Ich blieb bei mir. Und gerade sitze ich hier und merke, auch wenn ich ein paar Tage ziehen lasse, mal nicht meditiere, oder früher ins Bett gehe, ohne gründlich reflektiert zu haben, es ist ok! Nicht alles muss hinterfragt werden.

Als mir das gerade klar wurde, war es als hätte mir mein Ich zugelächelt. Eine Situation bringt mein Boot nicht mehr für den kompletten Tag zum kentern! Ich kann das Gedankenkarussell wieder anhalten, das ist toll. Und wichtig zu wissen. 😋

Viele Grüße

Jeraph

Puzzle

Ich bin ein Puzzlestück. Ja, das weiss ich. Mein Leben, das Puzzle. Und wenn ich das so ansehe, gibt es viele bunte Stücke, die mich auf wundervolle Stunden zurückblicken lassen.

Doch, gehe ich weiter, so bin auch ich selbst noch einmal in viele schwarze, rote und bunte Puzzleteile zersprungen. Früher waren es Spiegelfragmente für mich. Doch im Augenblick sind es eher kindliche Puzzleteile. Ich bin auf der Suche nach jedem einzelnen. Auch sehr neugierig, deshalb greife ich manchmal wild rein, in den Haufen der Puzlestücke, die ich in der Welt finde.

Manchmal passiert es, dass ich das Stück eines anderen ausprobiere. Wir sind alle miteinander verbunden, also könnte es ein Stück Verbundenheit zu einem anderen Wesen bedeuten.

Andere Teile fühlen sich fremd und störend an. Diese muss ich wiederfinden und aussortieren, zurück in die Welt!

Doch an manchen Tagen halte ich inne. Ich sehe mich, das Puzzle an und frage mich, ob es meinem Drachen weiterhin gefällt. Dann sehe ich mir sein Puzzlebild an. Ich fange an zu schmunzeln, denn ich sehe, dass die Teile, die uns verbinden keine Randstücke sind. Die Stücke bilden an vielen Stellen meine Kernstücke, in seinem Bild sehe ich das Gleiche.

Dann schlürfe ich meinen kalten Kakao und suche mir beruhigt ein neues Teil.

Inspiriert durch einen Beitrag hier :-)

Hallöchen, werte Leser,

in dieser Woche begleitete mich das Thema Beziehungen, das Gefühl irgendwo angekommen zu sein und ähnliches. Als Erstes stieß ich auf einen Text, in dem jemand, der Single ist, beschrieb, was er von einem Partner erwarte, wie schwierig es ist zu daten und so weiter. Ich hatte direkt, dieses Gefühl meine Meinung in die Welt zu schicken. Allerdings, war ich mir erst nicht sicher, ob diese Person es vielleicht nicht gut heißt, wenn ich meinen Senf dazu gebe. Andererseits, weiss höchstens die Person selbst um wen es geht, zweitens und das ist mir das Wichtigere: Es ist meine Sicht der Dinge, keine Bewertung anderer, auch wenn ich sie als Inspiration nehme, und vielleicht ein oder zwei Sachen aufgreife!

Hm, erst habe ich mal über meine Situation nachgedacht. Ich habe meinen Lebensgefährten getroffen, da war ich 19. Also bin ich nun das 13. Jahr nicht mehr Single. Also habe ich natürlich (für mich ist das natürlich) im daten gar keine akuten Erfahrungen. Ich hab mich also zurückversetzt. Wie war ich früher? Hatte ich Vorstellungen von meinem zukünftigen Wegbegleiter? War es mir überhaupt wichtig? (Vielleicht mag der ein oder andere jetzt aufhören zu lesen, weil ich es ja ach so leicht hatte, meinen „Traummann“ zu finden. Ich bitte darum, noch ein wenig mitzukommen, auf meine Zeitreise) Ich war damals in meiner Ausbildung zur PTA und hatte bisher 2 Beziehungen hinter mir. Die erste, um etwas Abstand zum Zuhause zu bekommen (andere Geschichte) die zweite war schon ernster, doch es gab kaum… hm,… ich kann es nicht beschreiben, es war schön, doch als ich erst einmal meine eigene Wohnung wollte, bevor ich mit wem auch immer meine Wohnung teilen wollte, war schnell Schluss. Tja, Pech, doch ich stand immer auf dem Standpunkt: Wenn es endet, war es halt nicht der Richtige. Aber es war schön so lang es dauerte. Allerdings, habe ich auch in der Tat nie gesucht. Wenn dann finde ich 😉 Eines meiner Mottos fürs Leben. Und so, fand ich durch einen lustigen Zufall (Haha, als gäbe es das echt) meinen Drachen. Ich hatte bei ihm in der Tat direkt am ersten Abend, das Gefühl das genau der MEINER ist! Punkt. Einfach meins. Egal was kommt. Und so unterhielten wir uns den Abend, wir gingen noch spazieren, und so weiter. Man kennt das. Irgendwann der erste Kuss, und dann zusammen. Erst im Nachhinein haben wir ein Datum für den Jahrestag festgelegt.

Lacht, allerdings klingt das nun so wundervoll rosig, und märchenhaft. Ohjaaa,… unglaublich, ein bissl war es wie in einem Märchen. Als ich das so überlegte, dachte ich in der Tat, man haben die anderen es schwer. Ich dachte an meine Inspiration, und dass ich ja gar kein Recht hätte darüber zu schreiben. Allerdings tue ich es. Und zwar aus einem Grund: Hätte ich damals eine wie oben aufgeführte Liste gehabt. Wäre ich noch heute Single. Oder wohl wieder. Natürlich ist alles am Anfang rosig, und wundervoll, dann kam irgendwann der Punkt, wo wir auf der Couch saßen, und es gab ein Gespräch, nach dem Ende hätte sein können. Wir sprachen über Gemeinsamkeiten, die sind doch sooooo wichtig! Der andere soll mich verstehen, es sollen doch Erlebnisse gemeinsam gestaltet werden. Allerdings war da außer Musik und das wir beide schwarz trugen, vermeintlich nicht viel. Wir wussten dass, allerdings wussten wir auch, dass wir einander liebten, und doch gar keinen anderen wollten. Auch wenn er Langschläfer war (durch damalige Arbeit, wirklich laaaaaangschläfer) ich stand um 9.00 auf, ich wollte immer raus, er liebte sein Nest. Uuuund so weiter. Die typischen Unterschiede, über die man sich gerne aufregt. Er war lang am PC, ich hatte meine Spiele noch nicht gefunden. Die Liste ist echt erweiterbar.


Dennoch beschlossen wir, weiter zusammen zu spazieren, bis so unsere Vereinbarung „Wir keine Lust mehr hatten“, wir waren zu jeder Zeit frei, das zu sagen.

Zu unserem 3 Jährigen, sagte ich ihm, einen Tag vorher, das morgen die Garantie ablaufen würde, und ob er sicher wäre, dass er das weiterführen wolle. Unsere Freunde fielen vom Glauben ab, wie ich ihm so eine Frage stellen könnte, doch wie gesagt, wenn er nein sagt ist´s ok, schlimmer wäre es für mich, nicht gefragt zu haben, und eine Beziehung zu haben, die man nicht will. Zum Glück, war ihm die Garantie egal. 😀

Jeder von uns hatte in diesen 13 Jahren, seine schwierigen Phasen, wirklich. Und jeder von uns hätte das Ganze abbrechen können, weil der andere gerade eben nicht „DER“ Partner war. Man hätte sich was anderes suchen können. Was eben meiner Meinung nach für eine Partnerschaft wichtig ist, ist einfach das Gefühl. Natürlich, kann man Listen anlegen, Gedanken machen, daten, all das was man halt tut um wen zu finden. Trotzdem, das Gefühl ist doch das Wichtigste (für mich).

Inzwischen ist aus „Eigentlich haben wir gar keine Gemeinsamkeiten, aber ich liebe dich“ vor einigen Wochen ein wunderschönes Kompliment von meinem Drachen geworden: „Du bist, das beste Weibchen, dass ein Drache wie ich sich nur wünschen kann. Wir haben richtig viel gemeinsam. Wir schauen abends zusammen Let´s Plays, jeder zockt Spiele, wir lieben beide Technik. Das ist toll!“ Ich bin unheimlich stolz auf unsere Beziehung. Natürlich haben wir immer noch viele Dinge die verschieden sind. Doch das ist eine Ergänzung. Jeder gönnt dem anderen seinen Freiraum. Jeder ist eigenständig und entscheidet selbst was er tun will. Wir sind aneinander gewachsen. Und wo stünde ich wohl heute, wenn ich damals eine Liste gehabt hätte? Bestimmt nicht an der Seite meines Drachen. Und dies meine lieben Leser, die es bis hierher geschafft haben: Wäre unglaublich schade!


Und so danke ich der Vergangenheits-Jeraph und dem -Drachen, dass keiner eine Liste hatte. Dass beide weiter zusammen spaziert sind! Und ich hoffe, dass wir noch lange nebeneinander, oft Hand in Hand, auf unserem Weg, springen, stampfen, schlendern, tanzen und Vieles mehr tun.

Bitte, vergesst bei allen Listen, Wünschen und Träumen, nicht das Gefühl, und das manches eben eine Zeit zum Wachsen braucht. Nicht immer ist der andere schon an dem Wegpunkt, wo er von den Gewohnheiten und auch den Gegebenheiten, passend erscheint. Vielleicht, muss man erst mal ein Stück gehen.

Und auch wenn mein Drache diesen Blog gar nicht liest, denn sowas ist absolut nicht seins. Lässt er mich hier schreiben. (Und dafür bin ich ihm sehr dankbar!) Feministinnen mögen jetzt rufen „Das ist ja wohl das Mindeste!“ Warum? Er könnte, doch auch traurig sein, dass ich an unserem gemeinsamen Sonntag, denn ich musste gestern arbeiten, hier schreibe. Und auch das wäre doch voll verständlich. Doch das Tolle an meinen Drachen ist: Wenn er merkt, dass mir etwas gut tut, dann lässt er mich werkeln, selbst wenn er diese Sache nicht versteht, denn das muss er gar nicht. Und ich erwarte es nicht von ihm.

So, und nun werde ich einer unserer Gemeinsamen Vorlieben nachgehen, und gepflegt was zocken. (Und klar, wir sitzen dann beide an unseren PCs. Auf der Couch, doch glaubt ja nicht das wir nur nebenher leben, wir zeigen uns Spiele, quatschen miteinander, aber ab und zu genießt auch einfach jeder sein Spiel und das ist wundervoll! Ohne schlechtes Gewissen zocken, oder hier schreiben ist klasse!)

Ich wünsche euch einen wundervollen, gemütlichen Sonntag!

Danke für eure Aufmerksamkeit, liebe Grüße

Eure Jeraph