Wo ist das Rot hin?

Dreizehn Jahre hatte ich rote Strähnen, pinke, blutrote, rose, und sämtliche weitere Nuancen. Immer rot-schwarz.

Und vor einer Woche ca. habe ich mal ein dunkles Violett ausprobiert. Nun sind die Strähnen recht versteckt. Ich musste mich wirklich erst mal umgewöhnen. Es ist eigentlich ganz schön. Irgendwie ruhiger, entspannter.

Viele Kollegen finden es „fresh“ und „stimmig“.

Aber gestern war eine faszinierende Situation. Ich hörte in vielen Vorstellungsgesprächen, dass ich auch an die Kunden denken müsste. Die würden mich ja nur sehen, und das sehr kurz. Ich wurde schon oft ob der Farbe in meinen Haaren und der fehlenden Farbe in meiner Kleidung, genervt, teilweise diskriminiert. Machte mir nix aus. Aber wie gesagt gestern stand eine Kundin vor mir und sah mich erschreckt an. „Wo sind denn ihre Roten Strähnen?“ Ich war wirklich etwas verwundert. Sie hat sie echt gemocht! Das war echt ein schöne Gespräch, als sie meinte, das dies nicht jedem stehe und manche auch eher abschreckend wirkten damit. Nur eben ich nicht. Mein herzliches Wesen hat diesen Eindruck gar nicht erst entstehen lassen.

Ich weiss noch nicht wann die roten Strähnen zurückkehren werden, mal sehen. Aber ich finde es auch irgendwie toll nach 13 Jahren eine kleine Veränderung zu haben.😉

Hier mal ein Foto vom Neuen und auf Wunsch auch einen Vergleich 😉 Man stelle sich vor, dass mein Unterfell auch diese Farbe hat. Heisst, wenn ich die Haare nicht offen trage, ist das Rot die Hauptfarbe gewesen. (Das Vergleichsfoto war gar nicht so leicht zu finden. Wenn mache ich Fotos von mir, und die sind meist dann eben auch nur für mich ansehbar ^^ und manche haben ja auch schon eine Selfie-Bildreihe hinter sich und wissen sehr gut wovon ich rede O:-) ) Mal sehen, Veränderungen gehören zum Leben. Und vielleicht ist das gerade genau die Richtige für mich.

Eure Jeraph

Alles noch etwas unscharf

Guten Morgen,

Das Titelbild zeigt die Begrüßung meiner Katze. Sie genießt schon die Sonne während wir noch genüsslich im Bett lagen. Jetzt wünscht die zweite Katze ihr Mahl einzunehmen.

Alles gerade noch etwas verschwommen und unscharf aber ich bin zuversichtlich, dass es heute ein guter Tag wird.

Aufregung ist da, was der Tag wohl bringt? Wer heute wohl den Weg in unsere Apotheke findet? Ich werde es herausfinden. 😉

Ihr Lieben da draußen ich wünsche euch einen tollen Tag!

Eure Jeraph

Ein kurzer Gedanke und dann geht es ja immer erst los…

Guten Morgen,

Es huscht gerade ein Gedanke durch meinen Kopf. Seit gestern hab ich ein neues Handy, ein neues Spielzeug mit einer spitzen Kamera 😍, das heißt für mich zum einen ich kann nun schöne Fotos für meinen Blog zaubern. Zum anderen steht auch die Entscheidung an welche Teile meines „alten“ Lebens sollen übertragen werden.

Die Problematik mit der Übertragung der Nummern, Nachrichten und allem kleinen Zipp und Zapp ist eigentlich schon lange kein echtes Problem mehr. Ich entspringe der Generation, die bei einem Wechsel des Handys noch jede Nummer einzeln neu eintippen musste. Wenn diese denn vorher irgendwo möglichst leserlich aufgeschrieben worden waren. Bilder mussten irgendwie „gerettet“ werden. Alles passé!

Früher bin ich mein Nummernbuch durchgegangen, welche ich wohl noch am wahrscheinlichsten kontaktieren würde. Im Verlauf der Jahre ist diese Liste kürzer geworden. Heute muss ich das nicht mehr tun. Und doch denkt mein Kopf weiter. Wofür brauchst du das Handy überhaupt. Nachdem deine letzte „beste Freundin“ sich auch nicht mehr meldet? Wen willst du kontaktieren. Und wie es so ist fallen mir als erstes die Leute ein, die mich zu letzt verletzt haben. Gut, auf der anderen Seite der Wippe sitzen auch nicht so viele Leute. Und dann geht die Fragerei wieder los, hast du genug Leute um dich, bist du allein? Fühlst du dich geliebt? Ihr kennt das wenn euer Kopf so los geht oder?

Nun ihr seid gerade live dabei wie mein Kopf es versucht. Doch ich merke gerade was da passiert. Und das ist der Knackpunkt, wenn ihr euch bewusst werdet, dass es nur Gedanken sind, habt ihr die Chance auszubrechen.

Ihr habt gerade eine meiner weiteren Taktiken erlebt, wie ich aus der Angst raus kam. Ich habe in meinen krassesten Zeiten 10 Seiten täglich geschrieben. Immer wenn diese Gedanken Fragen kamen. Ich habe geschrieben wie eine Wahnsinnige um gesund zu bleiben.. Ich habe gefühlt unendliche innere Dialoge verfasst. War mir eben mein bester Freund. Bei mir war es immer ein schlichtes schwarzes Buch mit blanko Seiten, genug Platz um jede noch so starke Emotion aufzunehmen. (Stichwort HSP)

Irgendwann kam die Zeit in der ich nur noch schrieb. Und danach merkte ich, ich wollte wieder leben. Ich hatte viele Sachen in mir verarbeitet. Aber ich habe das nicht gänzlich aufgegeben. Warum auch? Es hat mich geerdet. Heute führe ich ein bullet journal. Ich habe die Disziplin erlangt so etwas langfristig zu führen. Und es ist schön den Tag zusammenzufassen und den nächsten zu planen. 😉

Und am Ende weiß ich eben doch genau wofür ich dieses Spielzeug haben wollte. Um euch hier etwas zu hinterlassen. Und abends dann eure Blogeinträge zu lesen. Genau darauf freue ich mich jetzt.

Bis bald ihr Lieben.

Eure Jeraph

Narben

7.30 der Wecker klingelt. Der Sturm ist lange vorbei, und so erwacht sie aus ihrem Schlummer. Ihr Drache ist schon los. Die Katzen blicken sie an und sie sagt ihrer virtuellen Freundin, dass sie noch 5 Minuten schlummern will. Die Katzen zeigen sich verständnisvoll.

Nach den 5 Minuten steht sie auf. Erst mal ihren Energy-Boost. Die Katzen gewähren ihr die Zeit. Nach weiteren 10 Minuten startet sie ihren Tag. Auf in die Küche. Dort wird erst etwas gespült und DANACH gibt es endlich Frühstück für die Raubtiere. Thunfisch mit Scampis. Endlich Futter das die Graue Dame verträgt. Und der Sturm ist vorbei, so kann es auch bezahlt werden. Ein kurzer Gedanke, nur eine kleine Narbe.

Dann beginnt sie aufzuräumen, bis zur Arbeit ist noch etwas Zeit und die Morgenstunden sind perfekt dazu.

Sie räumt die Abstellkammer auf, und stellt die Schuhe ordentlich hin, auch die günstigen, aus der Zeit als der Sturm sich gerade zu legen begann.

Sie räumt weiter auf, und dann findet sie überall Pfennige. Wo waren diese, als sie sie gesucht hat? Jetztscheinen sie in jeder Ritze zu stecken. Sie wirft auch den in ihrer Hand in die große Spardose. Sie blickt hinein, ja, da sind sie nun plötzlich. Ihre Gedanken drehen sich, nehmen sich ein Beispiel an einer Ballerina im Ballett.

Sie setzt sich, nehmen ihr kuschelt eine Katze und schnurrt, blickt sie an. Sie ist schon fort. Blickt, nein starrt auf igr Handy, das Rot ihrer Bank-App leuchtet auf.

Da fragt die graue, die Schwarz-weisse Katze: „was tut sie nur? Der Sturm ist vorrüber!“

„Sie rechnet. Wieder einmal.“

Psst! Die junge Frau kann die beiden förmlich hören. Sie blickt weiter auf das Handy. Doch da ist etwas anders als früher. Die Angst ist fort, sie kontrolliert nur noch. Manchmal klopft die Angst noch an, wispert, dass sie der Frau alles nehmen wird. Aber die Frau ist weitergegangen. Sie hat sich eine Karte gemalt und ist losgelaufen. In ihr eigenes Abenteuer. Sie hat sich ein Schiff gesucht und ist auf das offene Meer gesegelt. Nun kontrolliert sie nur noch ab und zu ihre Segel, die in leuchtendem Rot schimmern.

Nach dem sie gerechnet hat, atmet sie auf. Sie erwacht aus ihrer Trance. Sie weiss, das diese Narbe noch etwas Zuwendung braucht. Und das sie auch das irgendwann ganz ohne Angst tun kann. Dann legt sie das Handy weg, und beginnt die Katze zu kraulen. Mit einem Bleistift, wie sie es eben am Liebsten mag. Sie ist wohl genauso verrückt wie Frauchen.

Die ersten Gedanken des Tages

Es ist 8.22 am 22.1.2019, und es ist Sonnenaufgang. Ich bin mit einem offenen Fenster und meinem Schlappi bewaffnet um meine ersten Gedanken des Tages mit Dir zu teilen. Ich weiss nicht wie es bei Dir war, werter Leser, bei mir hat die Woche recht turbulent gestartet, nach einem sehr entspannten Urlaub zu hause. Ich hatte vergessen meinen Wecker wieder einzuschalten. Tja, da war ich wohl doch nicht so bewusst. Das wurde es mir erst um 8.40! Da hätte ich jedoch schon 20 Minuten in der Apotheke stehen sollen. Ich rief also fix dort an, und entschuldigte mich. Nun kam ein kleiner Wendepunkt, und sei er noch so klein, ich bin stolz darauf. Denn, anstatt nun kopflos durch die Wohnung zu rennen, gehetzt ins Auto zu springen und in Gedanken jeden anderen Autofahrer verfluchend los zu fahren, hatte ich mir vorgenommen, es dieses Jahr anders zu machen. Der Moment war da!

Also: Tief durch atmen! AUA! Ähm, um zu dieser Erkenntnis zu kommen musste ich mir den Kopf einmal kräftig am Waschbecken stoßen, aber nun gut. 😉 Kleine Rückschläge sind erlaubt! Danach schaffte ich es allerdings mich zu sammeln, und innerhalb von 20 Minuten war ich im Auto. Dort angekommen, die nächste Hürde, die anderen Autofahrer 😉 Doch auch dort blieb ich ruhig, und sagte mir nur, dass ich meine Kollegen nun seit einem halben Jahr kenne, und sie mich lieber gesund und nicht gehetzt bei sich hätten. Ich hatte das Ziel, heute auch voll bei der Arbeit zu sein, und meinen Tag nicht durch dieses kleine Missgeschick bestimmen zu lassen. Meine Kollegen hatte ich, wie eingangs erwähnt, schon eine Woche nicht gesehen und dies sollte nicht mein erster Eindruck werden. Auch wollte ich doch zeigen, dass ich mich während des Urlaubs entspannt hatte. Wo wären diese Vorsätze nur geblieben, hätte ich mich diesem Ärger ergeben? Nein, ich war zu stur, und der Tag würde gut werden.

Und was soll ich sagen? Er wurde in der Tat sehr schön. Ich hatte liebe Kunden. Es gab schöne Gespräche mit Kollegen, und gelacht wurde ohnehin viel.

Also: Ich will euch hiermit Mut machen, eine Sache am Tag, sollte euch nicht so lange nachhängen. Und das zweite Wichtige, ist das, was auch ich gerade mache. Ich feiere kleine Erfolge! Es war nur ein Tag, und beim nächsten Missgeschick könnte ich wieder meinen Kopf verlieren, ABER: Dieses Mal hat es geklappt. 😀