Narben

7.30 der Wecker klingelt. Der Sturm ist lange vorbei, und so erwacht sie aus ihrem Schlummer. Ihr Drache ist schon los. Die Katzen blicken sie an und sie sagt ihrer virtuellen Freundin, dass sie noch 5 Minuten schlummern will. Die Katzen zeigen sich verständnisvoll.

Nach den 5 Minuten steht sie auf. Erst mal ihren Energy-Boost. Die Katzen gewähren ihr die Zeit. Nach weiteren 10 Minuten startet sie ihren Tag. Auf in die Küche. Dort wird erst etwas gespült und DANACH gibt es endlich Frühstück für die Raubtiere. Thunfisch mit Scampis. Endlich Futter das die Graue Dame verträgt. Und der Sturm ist vorbei, so kann es auch bezahlt werden. Ein kurzer Gedanke, nur eine kleine Narbe.

Dann beginnt sie aufzuräumen, bis zur Arbeit ist noch etwas Zeit und die Morgenstunden sind perfekt dazu.

Sie räumt die Abstellkammer auf, und stellt die Schuhe ordentlich hin, auch die günstigen, aus der Zeit als der Sturm sich gerade zu legen begann.

Sie räumt weiter auf, und dann findet sie überall Pfennige. Wo waren diese, als sie sie gesucht hat? Jetztscheinen sie in jeder Ritze zu stecken. Sie wirft auch den in ihrer Hand in die große Spardose. Sie blickt hinein, ja, da sind sie nun plötzlich. Ihre Gedanken drehen sich, nehmen sich ein Beispiel an einer Ballerina im Ballett.

Sie setzt sich, nehmen ihr kuschelt eine Katze und schnurrt, blickt sie an. Sie ist schon fort. Blickt, nein starrt auf igr Handy, das Rot ihrer Bank-App leuchtet auf.

Da fragt die graue, die Schwarz-weisse Katze: „was tut sie nur? Der Sturm ist vorrüber!“

„Sie rechnet. Wieder einmal.“

Psst! Die junge Frau kann die beiden förmlich hören. Sie blickt weiter auf das Handy. Doch da ist etwas anders als früher. Die Angst ist fort, sie kontrolliert nur noch. Manchmal klopft die Angst noch an, wispert, dass sie der Frau alles nehmen wird. Aber die Frau ist weitergegangen. Sie hat sich eine Karte gemalt und ist losgelaufen. In ihr eigenes Abenteuer. Sie hat sich ein Schiff gesucht und ist auf das offene Meer gesegelt. Nun kontrolliert sie nur noch ab und zu ihre Segel, die in leuchtendem Rot schimmern.

Nach dem sie gerechnet hat, atmet sie auf. Sie erwacht aus ihrer Trance. Sie weiss, das diese Narbe noch etwas Zuwendung braucht. Und das sie auch das irgendwann ganz ohne Angst tun kann. Dann legt sie das Handy weg, und beginnt die Katze zu kraulen. Mit einem Bleistift, wie sie es eben am Liebsten mag. Sie ist wohl genauso verrückt wie Frauchen.

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