Worte wollen raus

Lange Zeit habe ich mich nicht gemeldet. War zu sehr in der Arbeit gefangen, selbst das Weekend brachte kaum Erholung. Ich war ausgelaugt, der Körper streikte. Trotzdem wurde mir von Außen gezeigt: Hey, avhte mal auf deine Außenwirkung!“

Außenwirkung, bei diesem Wort steigt Adrenalin in meinen Körper. Ich will nicht auf meine Außenwirkung achten, warum könnt ihr nicht lernen etwas tiefer zu schauen und mich kennen zu lernen. Doch das scheint entweder zu anstrengend oder ihr dem nicht mächtig zu sein. Meine Hände zittern beim Schreiben. Ich bin aufgebracht. Doch mit dem Urlaub kam ein klärendes Gespräch und für mich endlich ein Blick in die Freiheit. Ich werde bleiben wie ich bin, und dieses dumme Wort aus meinem Kopf streichen. Ich mag mich, auch wenn ich verrückt und skuril bin.

Und ich merkte wie wenig ich auf mich achten konnte, ob der äußeren Umstände. Auch das wurd sich ändern. Als ich hier die Pause einlegte, schrieb ich, dass ich leben will nicht schreiben. Leider klappte das nicht so ganz. Im November streikte der Körper komplett, Unterstützung fand ich allein bei einer Freundin und meinem Drachen. Dieser ist der Grund weshalb ich das Leben mag, und selbst diese Beziehung litt, da ich fahrig und gestresst war. Ich bin nicht bereit diese Beziehung leiden zu lassen, für Geld. Dieses dumme Papierzeugs.

Stress, das war mal ein Wort für mich. Etwas das ich lang aus meinem Leben verbannt habe. Nun hat es sich eingeschlichen, sich in meine Schultern gekrallt und drückt immer fester zu. Doch von Außen heisst es, man glaubt nicht das ich krank bin… Das soll kein Mimimi sein, eher eine Kampfansage. Ich werde mein Leben wieder neu basteln. Heute kommen ein paar Washi Tapes an und ich kann weiter kreativ sein. Ja, der Urlaub tat gut, brachte frischen Wind.

Und wer weiss, vielleicht finden meine Worte endlich wieder hier her zueück. Ich habe immer gern geschrieben, auch wenn dieser Post sehr durcheinander ist, möchte ich ihn veröffentlichen und hoffen, dass mein Jeraph nun etwas beruhigter ist und mir glaubt, dass ich einen neuen Weg finde.

Ich wünsche euch und euren Lieben viel Gesundheit, sucht neue Wege um euch zu sehen (Skype, WhatsApp) schickt euch Bilder von schönen Dingen, lenkt euch ab und findet in der Ferne die Nähe eurer Lieben!

Eure Jeraph

Wenn der andere zu Fuß läuft..

Immer wieder habe ich an meinen Blog gedacht. Gewusst, dass ich etwas schreiben wollte. Doch ich fühlte mich völlig eingenommen von der Arbeit. Ich habe nun das erste Jahr eine Vollzeitstelle gehabt. Und ja, es nimmt den absolut größten Teil des Tages ein. Meines Tages. Trotzdem soll mein Leben aus weiteren Teilen bestehen. Das tut es auch. Da ist der Abend, der meinem Drachen und mir gehört.

Darüber soll es in meinem Blog aber nicht gehen.. Und über die Arbeit auch nicht. Also mache ich hier eine kleine Pause. Ich wollte feste Tage einbauen, doch momentan habe ich keine Worte hier. Ich weiss nicht recht warum. Und gerade als sich Bedauern melden will, denke ich an den Beutrag, den ich vorhin las, dass man sich in Geduld üben soll. Und genau das, ist auch gerade mein Problem. Geduld ist etwas, dass mir gerade extrem fehlt. Etwas, dass ich unbedingt für mein Leben brauche. Aber sie scheint eine Haltestelle eher ausgestiegen zu sein und läuft den Rest des Weges zu Fuß.

.. Und ich? Ich kann nur warten. Ich sehe die Straße entlang, von der aus ich sie erwarte. Später wenn sie dann viel zu spät eintrudelt. Das Essen wird sicher wieder kalt sein. Wird sie mich völlig naiv und unschuldig fragen was ich so gemacht habe. Bis dahin werde ich sie angeschwiegen und mit Blicken getötet haben.

Und gerade wenn ich der Geduld die Meinung geigen will, ihr die schlimmsten Verwünschungen an den Kopf werfen will, wird sie mir sanft eine Hand auf die Schulter legen und süffisant wispern: „Na, immer noch nichts gelernt?“ aber sie ist die Geduld, und weil sie wieder da ist beruhige ich mich einfach wieder.

Ja, genauso wird es laufen..

Liebe Grüße

Eure Jeraph

4/30 Ein warmer, wilder Tag

Was für ein Tag! In der Apotheke war unglaublich viel Betrieb. Klar, habt ihr doch alle mitbekommen, dass es nach dem Feiertag keine Medis mehr gibt, richtig? Ja, stürmt die Läden und natürlich auch die Apotheken. Ich finde Mittwochs immer schwierig, da wir nur bis 13.00 geöffnet haben und die 5 Stunden wie im Flug vergehen. Aber Heute? Unbeschreiblich!

Einiges musste heute geklärt werden. Viel Trubel, aber mit einem netten Team trotzdem zu schaffen.

Im Rüblick habe ich alles in Ruhe gemacht, und das macht mich stolz. Selbst als mein Kuchen, (ihr müsst euch vorstellen, es war mein einziges Futter und ich steh mega auf Süßkram. An zwei Dinge, dürft ihr euch bei mir nicht gefahrlos ranwagen: Trinken und Süßes! Den Drachen brauchen wir hier sicher nicht erwähnen 😇) versehentlich einfach aufgegessen wurde, blieb ich, für meine Verhältnisse sehr gelassen. Oder geschockt, wer weiss.

Dann nach Feierabend noch zur Post und wie in einem anderen Beitrag erwähnt, für morgen einkaufen.

Dabei muss ich mal erwähnen, das ich Schlangen an der Kasse tatsächlich mag. Der Bacon eines Kunden vor mir, erinnerte mich, dass ich den Schinken für die Melone vergessen hatte. Als ich wiederkam schmunzelte der Kunde, und schon ergab sich ein witziges Gespräch, das die Kundin zwischen uns nicht unberührt ließ. Ich finde immer, wir stehen da doch eh (gemeinsam) rum. Und:

„Ein Fremder, ist ein Freund, den du nur noch nicht kennst!“ (irisches Sprichwort)

Also kann man doch freundlich miteinander reden, wenn sich gerade etwas ergibt. Und gefühlt, passiert sehr oft etwas. Vermutlich ist das nicht jedermanns Sache, aber ich finde es schön und es zeigt mir, dass wir alles Menschen sind. Es sind die gleichen Dinge die uns bewegen. 😉

Dann war ich endlich gegen 16.00 zu hause. Fertig wie ein Brötchen. Allerdings waren zwei Seelen noch schlimmer vom Wetter geplagt. Die Stubentiger begrüßten mich müde. Eigentlich ist es im Gegensatz zu draußen wirklich kühl, eine gute Dämmung macht eben viel aus… Dennoch die Katzen haben ja keinen Vergleich. Also haben sie einen Teelöffel Vanilleeis bekommen. Und eine große Wanne Wasser im Wohnzimmer.

Und ich habe es mir nun auf der Couch gemütlich gemacht.

Es war ein sehr schöner Tag! Ich hoffe, auch bei euch, war es angenehm.

Liebe Grüße

Eure Jeraph

3/30 Ein Jeraph gegen die Eisdielen dieser Stadt

Ich hatte heute einen recht entspannten en Tag im Labor. Eine Nasenemulsion wurde angerührt und endlich habe ich es geschafft die ersten Prüfprotokolle zu schreiben. Etwas, dass durch diverse Umstände immer wieder verschoben werden musste.

Dann musste der Schlüpftag meines Drachen gerettet werden. Ich, gefühlt, gegen alle Eisdielen dieser Stadt. Nun, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Liebe Grüße

Jeraph

Alles noch etwas unscharf

Guten Morgen,

Das Titelbild zeigt die Begrüßung meiner Katze. Sie genießt schon die Sonne während wir noch genüsslich im Bett lagen. Jetzt wünscht die zweite Katze ihr Mahl einzunehmen.

Alles gerade noch etwas verschwommen und unscharf aber ich bin zuversichtlich, dass es heute ein guter Tag wird.

Aufregung ist da, was der Tag wohl bringt? Wer heute wohl den Weg in unsere Apotheke findet? Ich werde es herausfinden. 😉

Ihr Lieben da draußen ich wünsche euch einen tollen Tag!

Eure Jeraph

Endlich wieder mal so richtig mürbe werden!

Heute wurde geknetet, gewogen, gerührt, Butter geschmolzen und Vieles mehr.

Endlich habe ich wieder die Ruhe und auch das nötige Kleingeld um einen leckeren Käsekuchen zu backen.

Ich habe Alexa Musik abspielen lassen, teilweise uralt und retro, doch die Texte sitzen immer noch im Kopf „Coco Jambo yeah“. Dabei muss ich schmunzeln. Ich habe mir für alles die nötige Zeit genommen. Sogar der Mürbeteig scheint gut verteilt.

Jetzt backt er im Ofen und unsere freundliche Computerstimme hilft mir gleich nach dem Rechten zu sehen. Alles sehr entspannt. Und während ich so beim Teig war und aus dem Fenster auf die Gärten blickte, kamen die Gedanken, dass ich das doch früher viel öfter getan habe. Nun ich erwähnte, das nötige Kleingeld. Nun, das ist zurück, also werde ich mich wieder öfter in der Küche einfinden um Brote und Kuchen zu backen. Manches braucht Zeit, und gerade das Backen braucht Geduld. Die sollte ich mir ohnehin wieder angewöhnen, wispert eine Stimme in mir.

Gut, dann fange ich direkt an, und warte geduldig auf meinen Kuchen. Freue mich, wenn der Duft den Weg ins Wohnzimmer findet.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

Liebe Grüße

Eure Jeraph

Kurz vorm Burn out, meine Erfahrungen

Meine Lieben, auch ich stand auch schon an der Kreuzung „Burn out oder wieder Leben“. Es ist nicht schön, das mit 31 schon sagen zu können, allerdings scheine ich da nicht allein zu sein. Ein schwacher Trost.

Gerade sehe ich, wie jemand in die gleichen Fallen tappt. Und da ich zu dieser Person momentan keinen Zugang habe, möchte ich meine Gedanken dazu hier verarbeiten, denn darüber nachdenken tu ich ja trotzdem.

Ich höre immer wieder, dass dieser Mensch ein unstillbares Bedürfnis nach „Ruhe“ hat. Das Gefühl kenne ich noch sehr gut. Alles hat mich damals aufgeregt und als HSP wollte ich erst recht keinen neuen Input mehr. Also die Stärke des Bedürfnisses lässt kaum eine Beschreibung zu. Es ist allgegenwärtig. Irgendwann habe ich allerdings bemerkt, dass ich nach einer gewissen Ruhephase, so oft es möglich war, immer noch kaputt war. Mein Speicher immer noch voll war. „Ruhe“ in dem Sinne brachte mir gar nichts. Das Gegenteil war der Fall. Ich wurde noch luriger. Bis selbst duschen anstrengend war. Natürlich verwahrloste ich nicht. Aber innerlich war es ein Kampf das zu tun. Es kostete noch mehr Energie. Und gab nur noch sehr wenig davon zurück. Ich bin jemand, der gerne Listen erstellt. Also erstellte ich in meinem Kopf eine Liste von Dingen, die mir früher Energie gaben, und zwar mehr als sie kosten. Und dann begann ich meinen Verstand zu diesen Tätigkeiten zu überreden. Wie mit einem kleinen Kind, erklärte ich in meinen Zwiegesgesprächen, das es mir Kraft geben wird, mit einer positiven Bilanz. Ich weiss es klingt verrückt, aber so bin ich nun mal, ich muss diese Sachen für mich ausformulieren. Ich will damit nicht sagen, führt Selbstgespräche. Aber Leben bedeutet Energie in etwas reinstecken, abgeben what ever, und dann auch welche zurückbekommen. Ruhe, will man zwar, das denkt man. Aber man möchte doch eigentlich leben, und Dinge ERleben, behaupte ich mal. Die Ruhe des kompletten Zurückziehens konnte, mir zumindest, nicht helfen. Nachdem ich meine Liste fertig hatte, kam eine weitere Spalte hinzu, die Zeit. So konnte ich mich oft selbst überzeugen etwas zu tun. Dies schlug sich auch in meiner Sprache nieder, das passiert bei mir oft, sodass ich stark auf meine Worte achte. Sätze wie „ich mach mal KURZ..“ oder „bin nur mal eben“, „ganz schnell“ auch mein Drache stellte die Weichen dafür mit: „das Essen machen geht ganz schnell“ und „wir brauchen da gar nicht viel machen“ Diese Situation habe ich glaube ich in einem Beitrag erwähnt. Das wurde mir dann im nächsten Schritt bewusst. Da stand ich aber immerhin schon an der Tür mir dem Schild „Leben“ und hatte sie geöffnet. Angekommen war ich noch nicht wieder, es musste noch immer alles schnell gehen, denn die Erschöpfung könnte ja wieder kommen. Eine gewisse Zeit eine große Angst von mir. Ich musste darauf gefasst sein, daher waren geplante Treffen o. Ä. nicht so ganz einfach. Aber jetzt hatte ich schon mal wieder Tätigkeiten, die mir Spaß machten, auch ein ganz wichtiger Punkt. Ich hatte Freude, und auch wenn ich dann noch Ruhe brauchte, war es wieder in Ordnung für mich. Ich schalt mich nicht mehr, dass ich schon wieder im Bett war sondern ich gab mir dann auch die Ruhe selbst. Ich wusste, mein Drache ist versorgt und selbstständig und ich DARF mich ausruhen, denn ich wollte dann auch ausgeruht sein. Der nächste Punkt. Ich blieb bei der Sache. Wenn ich mich ausruhte, dann wurde ich ruhig. Wenn ich spülte, tat ich genau das, sah mir das Geschirr an, es kam die Erinnerung, wie wir es kauften.. Ich fand meine Ruhe in diesen alltäglichen Tätigkeiten. Ich nahm mir auch wieder die Zeit, in Ruhe zu spülen, die Wäsche zu machen. Und das war die Ruhe, die ich brauchte. In Ruhe, also in mir ruhend, meine Aufgaben machen. Nicht funktionieren sondern leben. Meinen Tag planen, ein bisschen abgeben und dann gemeinsam den Rest des Tages genießen.

Natürlich war mir mein Drache eine gewisse (und wichtige Hilfe), den Anfang den Knäuls konnte ich aber nur selbst finden. Ich konnte dann an ihm erkennen was uns beiden Spaß machte, oder was er mir abnehmen konnte. Und das tat mir auch gut. Ab einem gewissen Punkt war ich nicht mehr allein. Ich kehrte wieder in unser gemeinsames Leben zurück.

Heute gehts mir wieder richtig gut. Ich brauche nicht mehr so viel Ruhe. Ich brauche sie schneller als andere aber das hat andere Gründe als einen burn out. Es war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich habe mich sehr gut kennen gelernt. Mittlerweile weiss ich wo meine Grenzen sind, die kommuniziere ich auch, aber weil ich mich akzeptiert habe, kann ich auch das in Ruhe tun. Ohne schlechtes Gewissen.

So, das war jetzt ziemlich viel Text. Wer bis hierhin durchgehalten hat: Wow 😉. Vielleicht konnte ich beim Verstehen, dieses Problems helfen. Dies war eine meiner Facetten es gibt aber kein Patentrezept dagegen. Aber wichtig ist es, dran zu bleiben. Es ist möglich aus dieser Situation zu lernen, und gestärkt daraus hervorzugehen. Ich wünsche allen in dieser Situation ganz viel Kraft und den Mut ihren Weg zu finden.

Liebe Grüße

Eure Jeraph