Ein kurzer Gedanke und dann geht es ja immer erst los…

Guten Morgen,

Es huscht gerade ein Gedanke durch meinen Kopf. Seit gestern hab ich ein neues Handy, ein neues Spielzeug mit einer spitzen Kamera 😍, das heißt für mich zum einen ich kann nun schöne Fotos für meinen Blog zaubern. Zum anderen steht auch die Entscheidung an welche Teile meines „alten“ Lebens sollen übertragen werden.

Die Problematik mit der Übertragung der Nummern, Nachrichten und allem kleinen Zipp und Zapp ist eigentlich schon lange kein echtes Problem mehr. Ich entspringe der Generation, die bei einem Wechsel des Handys noch jede Nummer einzeln neu eintippen musste. Wenn diese denn vorher irgendwo möglichst leserlich aufgeschrieben worden waren. Bilder mussten irgendwie „gerettet“ werden. Alles passé!

Früher bin ich mein Nummernbuch durchgegangen, welche ich wohl noch am wahrscheinlichsten kontaktieren würde. Im Verlauf der Jahre ist diese Liste kürzer geworden. Heute muss ich das nicht mehr tun. Und doch denkt mein Kopf weiter. Wofür brauchst du das Handy überhaupt. Nachdem deine letzte „beste Freundin“ sich auch nicht mehr meldet? Wen willst du kontaktieren. Und wie es so ist fallen mir als erstes die Leute ein, die mich zu letzt verletzt haben. Gut, auf der anderen Seite der Wippe sitzen auch nicht so viele Leute. Und dann geht die Fragerei wieder los, hast du genug Leute um dich, bist du allein? Fühlst du dich geliebt? Ihr kennt das wenn euer Kopf so los geht oder?

Nun ihr seid gerade live dabei wie mein Kopf es versucht. Doch ich merke gerade was da passiert. Und das ist der Knackpunkt, wenn ihr euch bewusst werdet, dass es nur Gedanken sind, habt ihr die Chance auszubrechen.

Ihr habt gerade eine meiner weiteren Taktiken erlebt, wie ich aus der Angst raus kam. Ich habe in meinen krassesten Zeiten 10 Seiten täglich geschrieben. Immer wenn diese Gedanken Fragen kamen. Ich habe geschrieben wie eine Wahnsinnige um gesund zu bleiben.. Ich habe gefühlt unendliche innere Dialoge verfasst. War mir eben mein bester Freund. Bei mir war es immer ein schlichtes schwarzes Buch mit blanko Seiten, genug Platz um jede noch so starke Emotion aufzunehmen. (Stichwort HSP)

Irgendwann kam die Zeit in der ich nur noch schrieb. Und danach merkte ich, ich wollte wieder leben. Ich hatte viele Sachen in mir verarbeitet. Aber ich habe das nicht gänzlich aufgegeben. Warum auch? Es hat mich geerdet. Heute führe ich ein bullet journal. Ich habe die Disziplin erlangt so etwas langfristig zu führen. Und es ist schön den Tag zusammenzufassen und den nächsten zu planen. 😉

Und am Ende weiß ich eben doch genau wofür ich dieses Spielzeug haben wollte. Um euch hier etwas zu hinterlassen. Und abends dann eure Blogeinträge zu lesen. Genau darauf freue ich mich jetzt.

Bis bald ihr Lieben.

Eure Jeraph

Das JETZT, das HIER,..

Hallo werte Leser,

In meinem letzten Beitrag, erwähnte ich, dass mir zwei Fragen gestellt wurden. Hier die Antwort auf die zweite:


2. Würde mich jetzt noch interessieren wie so die Ist-Situation bei dir ist. Hast du die Angst wirklich vollständig überwunden oder kommt sie ab und zu doch noch wieder hoch?

Also ich hatte ja die Angst vor Menschen, vor meinen Auswirkungen auf sie und ihre auf mich.

Und ja, ich kann sagen diese Angst habe ich wohl besiegt. Ich habe heute keine Angst mehr vor ihnen. Ich habe echt viele verschiedene kennen gelernt. Ich habe gelernt, das keiner von ihnen, mir persönlich schaden will. Das ist gar nicht ihr Bestreben, so wie es auch nicht meines ist, ihnen zu schaden. Wir alle sind hier gemeinsam auf diesem großen runden Ball. Und es gibt da draußen nichts wovor man Angst haben muss und vor allem sollte!

Da draußen ist es lustig. Ich bestimme selbst, ob ich ängstlich in der Schlange stehe und den Nebenmann fürchte, oder ob ich mal aufmerksam schaue, wer da neben mir steht. Ich muss sie ja nicht ansprechen, aber wenn mein Blick heute jemandem begegnet, dann lächle ich einfach mal. Erst aus Unsicherheit, heute im Gegenteil aus Selbstsicherheit. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Jedoch, es ist noch nicht vorgekommen, dass jemand wirklich negativ darauf reagiert hätte. Ich habe gelernt, dass wenn ich Menschen erstmal anlächle, sie mir freundlicher gesinnt sind, damit habe ich einen Vorteil geschaffen, und so brauche ich keine Angst mehr zu haben.

Und wenn man erst mal weiss, welche Wirkung man auf andere haben kann, dann kann man sie auch nutzen.

Wenn aber doch mal ein Moment der Überforderung entsteht, und meist ist es nur noch ein Moment, dann habe ich wieder die Möglichkeit mich zu beruhigen. Es übermannt mich nicht mehr, ich bleibe handlungsfähig. Und die Möglichkeiten habe ich mir während der Angstphasen selbst erarbeitet. (habe ja schon ein paar dargestellt.) Diese Ideen habe ich mir mal in einem Buch notiert, damit ich sie nicht mehr vergessen kann, falls es doch noch mal so schlimm würde.

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Antwort wieder einen kleinen Einblick in das „Leben danach“ gewähren.

Solltet auch ihr Fragen an mich haben, oder sollte es euch ähnlich ergangen sein, würde ich mich über eure Geschichten in den Kommis freuen!

Liebe Grüße

Eure Jeraph