Erinnerungen (Beitrag für die Blogparade von Alicemakeachoice)

Die zweite Blogparade von Alice ist gestartet. Die Regeln findet ihr hier. Das neue Thema heisst: Erinnerungen.

Du blickst in den Spiegel.

Dann stürzen sich auf dich. Sie tragen dich in die Untiefen deiner Gedanken. Sie krallen sich in deinen Haaren fest, kratzen deine Haut auf und dringen tief in deinen Geist. Unruhig beginnst auch du dich zu kratzen. Ein entrinnen gibt es nicht. Wie willst du vor etwas fliehen, das in deinem Kopf ist? Du weißt es nicht. Unruhig blickst du dir in die Augen, und siehst doch weit entfernte Bilder. Es gibt keinen Chirurg, der dir helfen kann. Die Medizin ist vorangeschritten, Löcher im Kopf werden wieder verschlossen. Tränen rinnen dir über die Wangen.

Irgendwann schließt du die Augen. Erst hast du sie zugekniffen, siehst immernoch alle Bilder. Doch du bringst zu begreifen, es ist nicht echt. Die Situation ist schon überstanden. Du bist Opfer eines Reliktes aus alter Zeit geworden. Dein Atem beginnt ruhiger zu fließen. Deine Muskeln entspannen sich. Die Erinnerung verblasst langsam wieder. Und plötzlich lächelst du. Dein Spiegelbild grinst verschmitzt, sie ist die einzige, die wirklich versteht. Verstehen kann. Deine beste Freundin, denn sie teilt deinen Schmerz. Und die Erinnerungen.

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Hallo Ich!

Manchmal kommen die Momente, da vergleiche ich mein Leben, mit einer vorherigen Variante. Ich frage mich dann auch die „ganz normalen Fragen“ Hast du noch genug Zeit? Meditierst du genug? Schläfst du in diesem bequemen Leben ein?

Ich lehne mich zurück, und sehe meine Lebensweise an. Ich kritisiere, wie bei einer Freundin, die ich lange nicht sah, was sie doch ändern wollte, und noch nicht ganz durchgesetzt hat. Aber meist bin ich auch so nachsichtig, wie eine richtig gute Freundin.

Dann komme ich meist zu keinem rechten Schluss, weil ich alles aus einer gewissen Distanz sehe. Kehre ich dann quasi zurück und lebe wieder ein paar Tage, dann weiss ich alles ist gut.

Und besonders merke ich es an Tagen wie heute. Ich hatte heute morgen eine extrem stressige, und für mich peinliche Situation. Doch ich bin nicht aus der Haut gefahren. Ich blieb bei mir. Und gerade sitze ich hier und merke, auch wenn ich ein paar Tage ziehen lasse, mal nicht meditiere, oder früher ins Bett gehe, ohne gründlich reflektiert zu haben, es ist ok! Nicht alles muss hinterfragt werden.

Als mir das gerade klar wurde, war es als hätte mir mein Ich zugelächelt. Eine Situation bringt mein Boot nicht mehr für den kompletten Tag zum kentern! Ich kann das Gedankenkarussell wieder anhalten, das ist toll. Und wichtig zu wissen. 😋

Viele Grüße

Jeraph