Erinnerungen (Beitrag für die Blogparade von Alicemakeachoice)

Die zweite Blogparade von Alice ist gestartet. Die Regeln findet ihr hier. Das neue Thema heisst: Erinnerungen.

Du blickst in den Spiegel.

Dann stürzen sich auf dich. Sie tragen dich in die Untiefen deiner Gedanken. Sie krallen sich in deinen Haaren fest, kratzen deine Haut auf und dringen tief in deinen Geist. Unruhig beginnst auch du dich zu kratzen. Ein entrinnen gibt es nicht. Wie willst du vor etwas fliehen, das in deinem Kopf ist? Du weißt es nicht. Unruhig blickst du dir in die Augen, und siehst doch weit entfernte Bilder. Es gibt keinen Chirurg, der dir helfen kann. Die Medizin ist vorangeschritten, Löcher im Kopf werden wieder verschlossen. Tränen rinnen dir über die Wangen.

Irgendwann schließt du die Augen. Erst hast du sie zugekniffen, siehst immernoch alle Bilder. Doch du bringst zu begreifen, es ist nicht echt. Die Situation ist schon überstanden. Du bist Opfer eines Reliktes aus alter Zeit geworden. Dein Atem beginnt ruhiger zu fließen. Deine Muskeln entspannen sich. Die Erinnerung verblasst langsam wieder. Und plötzlich lächelst du. Dein Spiegelbild grinst verschmitzt, sie ist die einzige, die wirklich versteht. Verstehen kann. Deine beste Freundin, denn sie teilt deinen Schmerz. Und die Erinnerungen.

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Mich selbst entwickeln, beim ganzen Ich-selbst bleiben

Ihr Lieben, es drängt mich wieder zum Schreiben..

Ich habe hier ja die letzten Tage von meinem Gedankenbuch, bullet journal oder wie ihr es auch nennen wollt geschrieben. Und das bringt mich gerade zum Nachdenken. Immer wenn ich davon erzähle höre ich Sätze wie „ach das würde ich auch gern durchhalten. Ich fände immer an und dann hört es auf“ und dann kommt mir der Gedanke, dass mir das als Kind doch auch so ging. Wie viele Bücher hab ich vollgekritzelt. Allerdings auch immer nur 1 bis 2 Seiten.. Was hat sich geändert und wie? Ich sehe dich immer noch den Chaot obwohl ich scheinbar doch gewachsen bin.

Wenn ich so drüber nachdenke, dann höre ich immer meinen Opa, der mir sagte ich müsste disziplinierter sein. Ok, das hat er nie so wirklich gesagt aber im Subtext. Mein Onkel hat mir viele Filme mit japanische Philosophie gezeigt. Ehre, Disziplin, Loyalität, Ehrlichkeit. Ich empfand diese Tugenden als erstrebenswert. Und habe mich immer bemüht danach zu lernen. Ich habe hier schon beschrieben wie ich mich dazu erzog mein BuJo zu führen.

Allerdings komme ich gerade auf den Gedanken, dass ich abnahm diese Tugenden Seiten auch für andere erstrebenswert. Gut, dass Ehrlichkeit nicht dazugehört lernte ich schmerzhaft und schnell. (Dennoch gebe ich jedem weiterhin die Chance als ehrlich zu gelten bis er mir das Gegenteil beweist.) Ich maß mich immer an diesen Standards und da ich sie lange nicht erreichte fühlte ich mich schlecht. Wenn ich aber heute diese Sätze höre spüre ich verschiedene Gefühle. Einerseits klopft mir ein Teil meiner Selbst auf die Schulter und ist stolz. Ein anderer Teil versucht den Gesprächspartner zu helfen. Der nächste Teil murmelt, das es auch für mich Disziplin bedeutet das weiterführen.

Wenn das Gespräch dann weitergeht und ich merke das der andere sich für mich „festgeschrieben“ (wie auf eine Diskette festgeschrieben sei. Unfähig sich zu verändern.) dann beende ich das Gespräch. Es tut mir weh, ein Wesen so zu sehen. Ich konnte so nicht leben.

Gut, natürlich will ich ich selbst sein. Nicht nur anpassen o. Ä. Aber ich will auch an mir arbeiten, mich entwickeln, mich herausfordern. So oft will ich das, dass ich manchmal ins Halten muss um zu sehen wer ich gerade bin.

Und diese ganzen Gedanken haben mich dazu gebracht mein vorgenommenes Yoga heute wieder aufzunehmen. Erst wollte ich das mit der Wii machen, das hat mir früher Spaß gemacht. Allerdings hat sich das Ding versteckt. Kurz kam der Gedanke auf das ich es verschieben könnte. Doch nix da, eine nette Yoga App und eine Wolldecke taten es für den Anfang auch 😜

Ich hoffe ich konnte euch dazu inspirieren, bei dem ganzen Du-selbst bleiben, trotzdem etwas zu verändern.

Liebe Grüße eure

Jeraph

Gedanken-Buch zerstört, dann auf ein Neues!

Ich habe hier schon öfter erwähnt, dass mein Gedanken Buch oder neuerdings mein Bullet Journal mir sehr viel bedeuten. Nun heute, gerade ein paar Tage nachdem ich endlich mit dem Buch zufrieden war, ergießt sich eine Getränkedose über denselben… Alles futsch..

Erst mal war ich sehr traurig. Aber und das bemerkte ich gerade, nicht so hart verzweifelt. Nicht diese bodenlose Traurigkeit. Klar, viel Arbeit steckt darin. Und ich wollte so manches mal noch darein schauen. Allerdings habe ich mir vorgenommen mir das buddhistische Prinzip des Loslassens anzueignen. So hatte ich mir vorgenommen, das es iwann einfach in den Müll kommt. Es hatte seine Zeit und diese ist vorbei. Doch ich dachte ich hätte noch Zeit.

Tja, wie oft denken wir das?.. Da kam sich jeder seine eigenen Gedanken zu machen. Ich brauche nicht daran zu appellieren, dass ihr eure Zeit nutzen sollt. Das wisst ihr selbst.

Nö, hier geht’s gerade darum, dass etwas kaputt gegangen ist. Etwas das mir wichtig war, dass mir Sicherheit gegeben hat. Aber auch darum etwas gehen lassen zu können. Darum es anzunehmen, es ist wie es ist. Es ist nicht schlimm, traurig noch schön oder erfreulich. Es ist einfach so. Meine Reaktion macht daraus was es ist. Meine Gedanken erschaffen meine Realität. Und ich habe gerade heute morgen einen Beitrag über Neutralität gelesen. Ja, ich bin dieser Situation jetzt mal neutral gegenüber. Dieser Tag war anstrengend und DAS hätte das i-Tüpfelchen in KÖNNEN. Wird es jedoch nicht, denn ich entscheide mich dagegen.

Nun muss ich mich nur noch gegen die, sich androhende, Migräne entscheiden 😉

Ich wünsche euch einen schönen Abend

Eure

Jeraph

Ein kurzer Gedanke und dann geht es ja immer erst los…

Guten Morgen,

Es huscht gerade ein Gedanke durch meinen Kopf. Seit gestern hab ich ein neues Handy, ein neues Spielzeug mit einer spitzen Kamera 😍, das heißt für mich zum einen ich kann nun schöne Fotos für meinen Blog zaubern. Zum anderen steht auch die Entscheidung an welche Teile meines „alten“ Lebens sollen übertragen werden.

Die Problematik mit der Übertragung der Nummern, Nachrichten und allem kleinen Zipp und Zapp ist eigentlich schon lange kein echtes Problem mehr. Ich entspringe der Generation, die bei einem Wechsel des Handys noch jede Nummer einzeln neu eintippen musste. Wenn diese denn vorher irgendwo möglichst leserlich aufgeschrieben worden waren. Bilder mussten irgendwie „gerettet“ werden. Alles passé!

Früher bin ich mein Nummernbuch durchgegangen, welche ich wohl noch am wahrscheinlichsten kontaktieren würde. Im Verlauf der Jahre ist diese Liste kürzer geworden. Heute muss ich das nicht mehr tun. Und doch denkt mein Kopf weiter. Wofür brauchst du das Handy überhaupt. Nachdem deine letzte „beste Freundin“ sich auch nicht mehr meldet? Wen willst du kontaktieren. Und wie es so ist fallen mir als erstes die Leute ein, die mich zu letzt verletzt haben. Gut, auf der anderen Seite der Wippe sitzen auch nicht so viele Leute. Und dann geht die Fragerei wieder los, hast du genug Leute um dich, bist du allein? Fühlst du dich geliebt? Ihr kennt das wenn euer Kopf so los geht oder?

Nun ihr seid gerade live dabei wie mein Kopf es versucht. Doch ich merke gerade was da passiert. Und das ist der Knackpunkt, wenn ihr euch bewusst werdet, dass es nur Gedanken sind, habt ihr die Chance auszubrechen.

Ihr habt gerade eine meiner weiteren Taktiken erlebt, wie ich aus der Angst raus kam. Ich habe in meinen krassesten Zeiten 10 Seiten täglich Bill geschrieben. Immer wenn diese Gedanken Fragen kamen. Ich habe geschrieben wie eine Wahnsinnige um gesund zu bleiben.. Ich habe gefühlt unendliche innere Dialoge verfasst. War mir eben mein bester Freund. Bei mir war es immer ein schlichtes schwarzes Buch mit blanko Seiten, genug Platz um jede noch so starke Emotion aufzunehmen. (Stichwort HSP)

Irgendwann kam die Zeit in der ich nur noch schrieb. Und danach merkte ich, ich wollte wieder leben. Ich hatte viele Sachen in mir verarbeitet. Aber ich habe das nicht gänzlich aufgegeben. Warum auch? Es hat mich geerdet. Heute führe ich ein bullet journal. Ich habe die Disziplin erlangt so etwas langfristig zu führen. Und es ist schön den Tag zusammenzufassen und den nächsten zu planen. 😉

Und am Ende weiß ich eben doch genau wofür ich dieses Spielzeug haben wollte. Um euch hier etwas zu hinterlassen. Und abends dann eure Blogeinträge zu lesen. Genau darauf freue ich mich jetzt.

Bis bald ihr Lieben.

Eure Jeraph

Allein in einer Familie

Ich betrete den Raum. Als erstes schlägt mir kalter Zigarettenrauch entgegen. Ich gehe soviele Schritte in den Raum rein, wie es zum Buffet braucht. Nun bin ich in der Falle. Es kommt mir vor als hätte ich mich selbst zum Schlachter gebracht. Die ersten haben mir entdeckt. Sie inspizieren mein Outfit, meine Hose sitzt sicher zu eng. Meine Haare, die mal wieder nicht genug glänzen. Mein Herz geht schneller. Ich blicke zurück, doch ich nehme kaum etwas von den anderen wahr. Während Sie jeden noch so kleinen Fehler von mir mit Habichtsaugen erkennen. Zum Beispiel meine Schuhe, die nicht ganz zu meinem Rest passen wollen. Mir wird schwindelig und mein Herz rast inzwischen. Ach, wäre nur mein Nico hier. Alles wäre besser mit ihm, er würde lachen, und sie würde ihr Angst verlieren. Aber der konnte heute nicht mit auf diese Familienfeier.

„Hey Rina, wo ist denn Nico heute Abend?“, spricht mich Toni an. Tief durchatmen, es ist eine berechtigte Frage. Und dennoch, sie schaut mir so genau an. Warum starrt sie so? Ich muss hier raus, mir ist heiss und die Panik steigt meine Kehle hoch, droht mich zu ersticken. Ich bringe noch „Nico spielt heute woanders. Habe was im Auto vergessen“ hervor und stürtze dann aus dem Raum.

Im Auto angekommen weint sie, endlich allein. Keine stechenden, fragenden Blicke. Jetzt will sie zu Nico. Sie will ihm noch gute Nacht sagen bevor sie nach hause fährt. Dann kommt sie auf dem Parkplatz des alten Stadtfriedhof an. Irgendwann würde sie seine Geschichte erzählen…

Ein weiterer Beitrag zur Blogparade von Alice. 🙂 Den Hauptbeitrag von ihr, finder ihr Hier. ^^

Freitagsfüller, ich mach auch mal mit ^^

Freitagsfüller

So, ich mache auch mal bei dem Projekt Freitagsfüller mit. Viel Spaß beim Lesen 🙂

1. So langsam komme ich bei mir und meinem Urlaubstag an.

2. Die Sonne scheint und genau deshalb gehe ich gleich mit meinem Drachen ein Eis essen.

3. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich entspannen darf.

4. Nicht nur die Blätter, Sträucher und Gräser erstrahlen in ihrem Grün.

5. Ich habe eine Schwäche für Genuss, deshalb werde ich den Tag heute ganz unbeschwert genießen.

6. Wenn auch ihr Spaß beim Lesen dieses kleinen Projekt hattet, freue ich mich auf eure Kommentare.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Runde „No time to relax“ , morgen habe ich geplant, zu meditieren und mich zu sortieren und Sonntag möchte ich auf jeden fall ausschlafen !

Vom Schmetterling und Wirbelsturm.

Dann möchte ich auch etwas zur Blogparade von alicemakeachoice beitragen. 🙂 Hier findet ihr die ganze Beschreibung der Aktion.

Das Thema ist „Beobachtungen“.

Sie lag in ihrem Bett. Es war gerade dunkel. Nein, eigentlich war es immer dunkel um sie herum. Sie hörte Schritte, die an ihrem Zimmer vorbeigehen. Das war ihre Mutter, sie lief morgens immer schnell hin und her.

Ihre Gedanken driften ab, sie ist auf einer Lichtung. Die Sonne lässt das Gras in ganz verschiedenen Tönen von Grün leuchten. Lilli sieht einen Schmetterling. Seine zarten Flügel glitzern. Die Zeit scheint still zu stehen, als er auf sie zufliegt. Sie nimmt nur diesen Falter wahr. Hat ihr Bett vergessen, die Schritte ihrer Mutter hört sie längst nicht mehr wahr. Der Schmetterling kommt näher und näher. Bald schon erkennt sie die zarte Zeichnung auf seinen Flügeln. Sie spürt schon die Wärme, der Sonne auf ihrer Haut. Irgendetwas brennt dort, doch sie schüttelt den Kopf, verdrängt den Gedanken

Zuhause sitzt Maurice am Bett seiner Tochter und streicht ihr vorsichtig über den Arm, welcher vom Feuer zerfressen erscheint. Ihre Gesichtszüge verziehen sich, schnell zieht er dir Hand zurück. Er beobachtet ihre schwachen Atemzüge. Wie sich der Brustkorb ruhig hebt und wieder senkt. Beobachtet ihre Nasenflügel, und hört wie der Atemstrom ihren Körper langsam wieder verlässt. Der Arzt hatte ihnen nicht viel Hoffnung gemacht. Es gäbe eine geringe Chance, dass sie zuhause mit bekannten Reizen zurückfinden würde. Das wäre aber nicht bei vielen Komapatienten der Fall. Maurice hatte nach jedem Strohhalm greifen wollen. Doch lange würde seine Frau das nicht mehr aushalten können. „Du musst bald zurückkommen, Lilli. Ich werde hier warten.“ Wieder nahm er ihre Hand. Er beobachtete sie wieder. Sie war der Mittelpunkt seines Lebens. Alles war in den Hintergrund gerückt, Schlaf, Essen, Freundschaften, alles nebensächlich. Seine Tochter brauchte ihn, und er musste sie beobachten, er durfte kein Zeichen übersehen. „Kein Zeichen,..“ Maurice sank erschöpft nieder. Nicht nur seine Frau würde bald zusammenbrechen. Mit dem letzten Gedanken sank er in einen tiefen Schlaf, denn der Körper nimmt sich was er braucht.

Maurice blickt sich um. Er geht ein paar Schritte, fragt sich wie er hier her kommt. Wo ist seine Tochter? Er muss auf sie Acht geben, vielleicht ist sie gerade wach geworden und er ist… hier. Wo auch immer hier ist. Da erblickt er einen einen Wirbelsturm am Horizont. Er lächelt, denn er weiss nun wo er seine Tochter findet. Er macht sich auf den Weg zum anderen Ende der Welt, um einen Schmetterling zu finden.