Ich und die verflixte Außenwirkung

Hallo ihr Lieben,

heute morgen kam mir ein Gedanke. Mir wurde von Außen oft herangetragen, dass ich meine Außenwirkung bedenken soll. Man könne schließlich nicht in meinen Kopf sehen. Und das meine Gedanken oft ganz andere Bahnen einschlagen, als es bei vielen anderen der Fall ist, habe ich schon oft erfahren. Ich stimme dem also absolut zu, es ist wohl ab und zu sehr schwierig mich zu verstehen. Allerdings habe ich heute morgen weiter gedacht. Warum muss ich meine Außenwirkung optimieren, wenn ihr mich auch kennen lernen könnt, und mir manche meiner Verrücktheiten lasst? Auch dass habe ich in meinem Leben bereits erfahren, dass geht. Es gibt andere Menschen, die lächeln, wenn ich mal wieder auf der Art schlage. Manchmal kommt etwas sehr Spannendes dabei raus, dass wir ohne meine Ausfahrt nie erfahren hätten. Der nächste Gedanke war bitter, ich habe wieder ein mal zu viel von Menschen erwartet. [Oder habe ich an der falschen Stelle gesucht? „Man braucht ja schließlich auf der Arbeit keine Freunde!“ – Nein, das nicht, Menschlichkeit aber schon,.. und manchmal eben Verständnis…] Das soll nun auch keinerlei verbittert, resigniert, oder traurig am wenigsten arrogant klingen. Es ist wertneutral. Ich habe etwas erwartet und diese konnte nicht erfüllt werden. Im Endeffekt leide ich wieder unter dieser Situation, obwohl ich gerade persönlich eigentlich Freundlichkeit und Verständnis brauche. Das jedoch erwarte ich nicht mehr. Nicht von anderen.

„Sei dir selbst dein bester Freund!“

Ich nehme mir also einfach das vor, das ohnehin mein Ziel ist. Ich will Körper und Geist eine Einheit sein lassen. Meinem Körper die Ruhe gönnen, die er braucht. Es ist an der Zeit, wieder ruhigere Gewässer zu finden. Und wenn ihr auf Hoher See seid, dann ist jede Richtung die allerbeste, Hauptsache ihr trefft eine Entscheidung. Wenn ihr der See die Entscheidung gebt, mag es sein, dass ihr verdurstet ehe ihr Land seht, also:

Segel setzen und Leinen los!

Ich bastel also weiter, jedoch nicht wie erwünscht an meiner Außenwirkung, im Gegenteil, an meiner Innenwirkung. Es geht eben immer weiter.

Viele Grüße an euch

Eure Jeraph

Der richtig wichtige Umgang mit einem BuJo

Und wieder einmal begrüße ich euch hier,

Ich habe mich schon viel mit dem Thema Pschologie auseinander gesetzt. An anderer Stelle habe ich auch bereits beschrieben, dass ich hochsensibel bin, und somit ist es unerlässlich, sich immer wieder psychologische Tricks zu Nutze zu machen, und diese erst ein mal zu finden oder sich selbst zu basteln. Ich sage hier absichtlich „basteln“, denn es ist ein Try and Error. Manches funktioniert, manches nicht und manches mit etwaigen Veränderungen. Wichtig ist, dabei zu bleiben auch wenn es mal nicht sofort klappt. Wie eigentlich immer 😉

So ist es auch beim BuJo, anfänglich bringt es vielleicht noch keine Ordnung in euer Leben, vielleicht wollt ihr euch erst einmal komplett ausprobieren. Daher waren zum Beispiel meine ersten Seiten sehr „unaufgeräumt“. Es sah aus wie viele Hefte aus der Realschulzeit. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich mich traute, etwas Aufwändiges zu malen. Ich musste mich erst trauen lernen, denn immer wenn jemand zeichnet, schaut ein anderer zu oder will es irgendwann sehen. Beim BuJo ist das anders. Es ist ja so gesehen euer Tagebuch, wenn es eine psychologische Hilfe darstellen soll. Dies soll sich auch im Umgang damit zeigen:

  • gehe sorgsam mit diesem Buch um, nur wenn du es pflegst wirst du dir gerne auch etwas mehr Mühe mit der Gestaltung geben
  • zeige dein Buch wenn möglich niemandem. Ich weiss, es kommt der Drang, deine Kunstwerke anderen zu zeigen. Es können sich jedoch dadurch folgende Probleme ergeben: entweder der andere sieht das Buch nicht mehr als privat an, sondern schaut immer wieder zu oder rein. Oder ihr seht euch bald in der Pflicht es dem anderen zu zeigen, was mag der andere sonst denken, wenn ihr nur gewisse Dinge teilt?!? Lasst es einfach, seid stolz auf eure Werke und euer Platz ist dafür sicher und ohne gesellschaftliche Pflicht.
  • Sucht euch eine spezielle Zeit aus um euer BuJo auszufüllen, dass kann am Morgen beim Kaffee sein, oder abends barfuß auf der Couch. In dieser Zeit solltet ihr ungestört und unbeobachtet sein. Genießt diese Zeit für euch, ihr zeigt euch damit, dass ihr euch das jetzt wert seid. Nehmen wir doch sonst alles andere wichtiger als uns. (Ihr könnt euch auch Musik anschalten, Hauptsache es ist für euch eine schöne Zeit, denn sie gehört nur euch!)
  • Gönnt euch für euer BuJo Qualität. Das bedeutet nicht immer den Artikel mit dem höchsten Preis, allerdings manchmal eben schon. Trotzdem ist es wichtig sich auch mal einen besonders schönen Stift zu gönnen, und diesen dann in vollen Zügen zu genießen. Manchmal malen wir eben, mit einem speziell ausgesuchten Stift, doch besser als mit dem Alten, dessen Farbe wir schon 1000 Mal gesehen haben, und nur noch wenig inspiriert.

Was ich mit dieser Liste zeigen möchte, ist wie viel es ausmacht, den Unterschied zwischen einem Kalender und dem BuJo zu erkennen. Ein Kalender ist oft ein ungeliebtes Stück, in dass ich meinen nächsten Zahnarzt-Termin eintrage. Im BuJo kann ich mich, wenn es mir Sorge bereitet, den Zahnarzt-Termin vorbereiten. Und mir so eine Hilfestellung geben, um ungeliebte Termine besser hinter mich zu bringen. Aber dafür, braucht das BuJo eben einen gewissen Wert. Es darf keine weitere Pflicht sein, sondern eher wie ein Schwatz mit dem besten Freund. Aus diesem Umgang zeigen sich folgende psychologische Vorteile:

  • Distanz zum Tag bekommen, und somit einen Wechsel der Perspektive
  • Ausstieg aus dem „Autopiloten“, dadurch die Möglichkeit bewusste Entscheidungen zu treffen
  • Sicherheit und Selbstbewusstsein bekommen, durch eigenen Zuspruch, weniger Drang bei anderen danach zu suchen
  • Neues kann leichter ausprobiert werden, da niemand einen „Fehlschlag“ bemerken würde, so wird dem Gehirn suggeriert, dass Neues, auch Gutes bringt.
  • Beenden des Gedanken-Karussell, indem ihr etwas schriftlich festhaltet, suggeriert ihr dem Gehirn, dass es sich darum nicht mehr kümmern muss, ihr habt die Gedanken gehabt, ihr habt sie als wichtig angesehen, und deswegen aufgeschrieben. Wenn nun die Gedanken wieder kommen, könnt ihr schauen ob neue, vielleicht wichtige Infos dazugekommen sind, meist jedoch, werden es immer wieder die gleichen sein. Beruhigt euch, ihr habt sie ja notiert.
  • Einen Platz wo ihr hingehört, das Schöne am BuJo ist ja, dass es jeder machen kann wie er selbst es will. Natürlich gibt es Bücher und Anleitungen, doch ich empfehle, diese erst genauer anzusehen wenn ihr euren Weg gefunden habt. Denn gerade das macht es spannend. Ihr schaut was EUCH gefällt. Wenn es für euch selbst funktioniert, dann ist es richtig.

Ihr seht, es lohnt sich, auf euer BuJo zu achten. Es kann eine Art Freund, eine Hilfe oder eben nur ein Gegenstand sein. Das liegt allein bei euch. 😉

Liebe Grüße

Eure Jeraph

Mein BuJo (Bullet Journal)

Hallo ihr Lieben da draußen,

In diesem Artikel geht es darum, wie ich überhaupt zu einem Bullet Journal kam, warum ich immer noch dabei bin, was es mir bringt und euch bringen kann, und alles weitere was mir dazu einfällt. Ich werde Bilder von meinem Journal teilen, damit vielleicht der ein oder andere erkennt, das das Schöne nicht immer perfekt sein muss. Da bin ich mir ziemlich sicher, perfekt sind meine Kreationen nicht. Sie regen zum Nachdenken an, bringen zum Schmunzeln, Verdrehen einem manchmal den Kopf, aber perfekt werden und sollen sie nicht sein. Da ziehe ich euch und auch mir schon mal direkt den Zahn. Mir ist klar, dass perfect letterings viele Herzen zum Schmelzen bringen, doch wie ihr auch am Beitragsbild erkennt, das bin nicht ich. Meine Letterings kommen wirklich aus der Situation und vor allem aus der Emotion heraus. Ich versuche mir damit etwas bewusst zu machen. Dass kann ich allerdings nicht, wenn ich erst Stunden mit dem Zirkel vorzeichne, schön brav alle Linien einhalte und erstaunt bin wie mittig ich das Lettering doch platziert bekommen habe. Das ist das Gleiche, wie bei meinen Texten. Da hilft mir auch kein Vorschreiben, überlegen, den Satz drei mal löschen bis er perfekt ist.

So, das war ein kleiner Einblick. Allerdings stehen wir doch noch ganz am Anfang dieser Blog-Reise. Ich nehme euch mal ein Stück mit in die Vergangenheit. Socken an und Flasche zu Trinken eingesteckt, dann geht´s los.

Kalender habe ich nie verwendet, nun zumindest nicht als solchen. Tagebuch habe ich immer geschrieben. Eigentlich habe ich immer schon für mein Leben gern geschrieben, ja ich weiss, merkt man mir gar nicht an. – Lieb von euch.

Ich hatte damals allerdings diese Kalender von dieser weißen Maus mit den großen Ohren, die damals so total beliebt waren. Gibt es die eigentlich noch? Nun, da stand oben nur der Tag und sonst war alles frei. Keine Zeitangaben, keine To do, schon vorgeschrieben. Nur ein leeres Blatt, welches gern täglich gefüllt werden wollte. Und das tat ich auch. Da kam dann alles rein, was mir so in den Sinn kam, früher waren das schön einfache Sachen, wie zum Beispiel das Wetter. Oder mein Mittagessen. Völlig banal… [Über den Witz könnt ihr dann lachen, wenn ich zum Thema (Food-) Tracker komme] Und dann war der Kalender voll und ich habe es irgendwie in Vergessenheit geraten lassen. Ich brauchte wieder etwas um meine Tage aufzuarbeiten. Ich begann ein neues Tagebuch. Das klappte sogar einige Jahre für mich recht gut. Doch ich merkte irgendwann, dass ich vermehrt die gleichen Gedanken notierte. Es fehlte der frische Wind wie man so gern sagt. Weihnachten 2018 bekam ich dann einen Kreativ-Kalender geschenkt. Ich hatte wieder begonnen Mandalas auszumalen, und mich so zur Ruhe zu bringen. In diesem Kalender konnte ich nun viel ausmalen, und ich hatte wirklich vor ihn zu benutzen.

Ehrlich!

Die Person, die ihn mir schenkte, liegt mir sehr am Herzen, und ich hatte mich sehr darüber gefreut. Doch schon Mitte Januar wurde offensichtlich, das es nichts wird. Ich hatte zwar das Mandala des Monats ausgemalt, aber die Tage hatten zu wenig Platz. Da ich eine recht große Schrift habe, musste ich mich sehr anstrengen um in den Reihen zu bleiben. Als mir das alles bewusst wurde, wusste ich jedoch gleichzeitig, dass ich gerne wieder ein Buch hätte, in das ich sowohl meine Gedanken, als auch mögliche Termine, To do´s und eigentlich mein Leben zusammenführen möchte.

Ich hatte bis dato nie das Gefühl, dass ich sonderlich kreativ bin. Ich habe kreative Hobbies, wie LARP (Live Action Roleplay), allerdings habe ich dort solche kreativen Überflieger kennen gelernt, dass ich mich mit meinem linken Händen immer im Nachteil gesehen habe. Da hatte ich auch noch nicht akzeptiert, dass meine Kreativität, Kunst, Talent, wie ihr es auch nennen möchtet, nicht in diesem Perfekten liegt. Und bei diesem Vergleichen, was an sich schon Unsinn ist, kam ich nie gut weg.

Letztes Jahr stand ich aber an dem Punkt, an dem ich nichts zu verlieren hatte. Ich wollte etwas für mich schaffen, da war es doch egal, wie es im Vergleich zu anderen abschnitt. Zu diesem Zeitpunkt, hatte ich auch noch gar nicht überblickt was das für ein Trend war. (Worüber ich sehr froh bin, sonst hätte ich eventuell doch wieder einen Vergleich gestartet..) Ich habe mich etwas umgesehen und mir kurzer Hand ein dottiertes Buch gekauft. Und dann habe ich gekritzelt, gemalt, geheimes aufgeschrieben, und so Vieles. Es war als hätte ich einen Freund gefunden. Jemand, der meine Gefühle und Geheimnisse aufnimmt. Natürlich haben wir alle Freunde und die verstehen uns bestimmt alle auch ganz… ja, nein, wir haben zwar alle Freunde, aber seid mal ehrlich wie vielen ihr euer dunkelstes Gehimnis, eure schlimmst oder auch banalsten Ängste eingesteht. Und selbst wenn ihr so jemanden habt, wollte ihr dem nicht immer und immer wieder in den Ohren liegen. Im BuJo könnt ihr das, oder ihr könnt euch auch neu motivieren, zeigen das die Welt bunt sein kann. Ich fühlte mich auf jeden Fall wieder wie ein Kind. Alles damit war neu, und es gab keine Grenzen, keinen der sagte das dieses oder jenes nicht passte. Und da ich gerade einen neuen Job angefangen hatte, passte es auch dort. So konnte ich meine Gedanken niederschreiben, es war nur für meine Augen bestimmt. Und siehe da, meine Zeichnungen waren sogar ganz passabel. Machmal war ICH sogar etwas beeindruckt. Wisst ihr warum? Habt ihr euch mit der Psychologie dahinter schon mal beschäftigt? Ein Artikel dazu steht schon in den Startöchern.

Es ist ein befreiendes Gefühl, als ich merkte, das ich besser bin als ich denke. Das gibt mir die Motivation weiter zu machen. Ich will mich beeindrucken, ich will mir an manchen Tagen einen kleinen Brief schreiben, den auch niemand liest außer mir, der mich aber aus meinem Autopiloten raus wirft und mich zum Nachdenken oder zum Ruhen bringt. Und genau deshalb bin ich noch dabei. Auch wenn ich über mein erstes Bujo Energiedrink verschüttet habe, und es nach einem halben Monat schon ausgedient hatte. (Ich habe darüber auch schon einen Artikel über dieses Buch geschrieben, wenn ihr den lesen wollt, folgt mir hier entlang, bitte.)

„Wer weiß, wofür Manches gut ist..“

Aus dieser Erfahrung heraus wusste ich welche Kriterien mein neues Buch erfüllen sollte:

  • Hardcover (Ich nehme mein BuJo überall mit hin, also sollte es nicht knittern)
  • Lesebändchen (die mag ich einfach, und ich finde es gehört zu einem guten Buch)
  • Gummiband um das Buch geschlossen zu halten, aber auch um zu zeigen, dass dieses Buch privat ist
  • Dicke von 120g/qm haben
  • Dottiert funktioniert für mich besser als kariert blanko geht allerdings gar nicht

Ich habe mir also ein passendes Buch ausgesucht, und weiter ging es.

Ein neuer Anfang

So, das war der Anfang meiner kleinen BuJo-Geschichte. Ich hoffe ihr hattet etwas Freude und Ablenkung beim Lesen.

Eure Jeraph