Hallo Ich!

Manchmal kommen die Momente, da vergleiche ich mein Leben, mit einer vorherigen Variante. Ich frage mich dann auch die „ganz normalen Fragen“ Hast du noch genug Zeit? Meditierst du genug? Schläfst du in diesem bequemen Leben ein?

Ich lehne mich zurück, und sehe meine Lebensweise an. Ich kritisiere, wie bei einer Freundin, die ich lange nicht sah, was sie doch ändern wollte, und noch nicht ganz durchgesetzt hat. Aber meist bin ich auch so nachsichtig, wie eine richtig gute Freundin.

Dann komme ich meist zu keinem rechten Schluss, weil ich alles aus einer gewissen Distanz sehe. Kehre ich dann quasi zurück und lebe wieder ein paar Tage, dann weiss ich alles ist gut.

Und besonders merke ich es an Tagen wie heute. Ich hatte heute morgen eine extrem stressige, und für mich peinliche Situation. Doch ich bin nicht aus der Haut gefahren. Ich blieb bei mir. Und gerade sitze ich hier und merke, auch wenn ich ein paar Tage ziehen lasse, mal nicht meditiere, oder früher ins Bett gehe, ohne gründlich reflektiert zu haben, es ist ok! Nicht alles muss hinterfragt werden.

Als mir das gerade klar wurde, war es als hätte mir mein Ich zugelächelt. Eine Situation bringt mein Boot nicht mehr für den kompletten Tag zum kentern! Ich kann das Gedankenkarussell wieder anhalten, das ist toll. Und wichtig zu wissen. 😋

Viele Grüße

Jeraph

Puzzle

Ich bin ein Puzzlestück. Ja, das weiss ich. Mein Leben, das Puzzle. Und wenn ich das so ansehe, gibt es viele bunte Stücke, die mich auf wundervolle Stunden zurückblicken lassen.

Doch, gehe ich weiter, so bin auch ich selbst noch einmal in viele schwarze, rote und bunte Puzzleteile zersprungen. Früher waren es Spiegelfragmente für mich. Doch im Augenblick sind es eher kindliche Puzzleteile. Ich bin auf der Suche nach jedem einzelnen. Auch sehr neugierig, deshalb greife ich manchmal wild rein, in den Haufen der Puzlestücke, die ich in der Welt finde.

Manchmal passiert es, dass ich das Stück eines anderen ausprobiere. Wir sind alle miteinander verbunden, also könnte es ein Stück Verbundenheit zu einem anderen Wesen bedeuten.

Andere Teile fühlen sich fremd und störend an. Diese muss ich wiederfinden und aussortieren, zurück in die Welt!

Doch an manchen Tagen halte ich inne. Ich sehe mich, das Puzzle an und frage mich, ob es meinem Drachen weiterhin gefällt. Dann sehe ich mir sein Puzzlebild an. Ich fange an zu schmunzeln, denn ich sehe, dass die Teile, die uns verbinden keine Randstücke sind. Die Stücke bilden an vielen Stellen meine Kernstücke, in seinem Bild sehe ich das Gleiche.

Dann schlürfe ich meinen kalten Kakao und suche mir beruhigt ein neues Teil.

AnthoAlice – The Beginning

Eine tolle kleine Aufgabe, hier schöne Texte, Fotos, Zeichnungen oder was auch immer beizutragen! Eine schöne Idee, danke Alice!

Avatar von alicemakeachoiceMake a Choice Alice

Ich starte mal was. Und zwar eine Blogparade. Die Grundidee ist eine Anthologie zu einem festen Thema, deshalb der Titel, organisatorisch bleibt es bei einer Blogparade, was egal ist, da der Hauptverusacher ja Spaß am Schaffen sein soll.

Ich habe mir das so gedacht. Ich gebe erstmal ein Thema vor. Zu diesem Thema kann alles verlinkt werden, was sich irgendwie auf das Thema bezieht, also Texte, egal welches Genre, Fotografien wissenschaftlicher, religiöser, fiktiver Art, ihr seid da vollkommen frei, solange ihr beim Thema bleibt. (Ich klinge gerade wie mein Deutschlehrer, sorry ;)) Der Textumfang sollte 400 Wörter nicht allzu heftig überschreiten, sonst wird das mit dem Nachlesen etwas zu umfangreich.

Da ich ja Anfänger bin, was das angeht (und den Arbeitsaufwand nicht abschätzen kann) gebe ich einen Monat als Zeitumfang vor. Das heißt für diesen ersten (und hoffentlich nicht letzten ) Durchgang 15.3.2019 bis 15.4.2019.

Ich werde in der Zwischenzeit…

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Und der Frieden kam

Er kam schleichend. Erst wurden die Waffen kleiner. Der Schlachtenlärm, und das unmenschliche Gebrüll verlor mehr und mehr seiner Kraft. Erst spät bemerkte sie, dass die schiere Übermacht des Feindes an Kraft verlor. Es kamen nicht mehr auf einen toten Krieger, 3 frische, junger Kämpfer nach.

Seit Wochen hatte sie nur noch gegen alte, kranke und sogar Kinder gekämpft. Doch sie keinen Halt machen. Sie wollte den Frieden! Sie wollte Ruhe. Und so war sie erbarmungslos.

Seit zwei Tagen war kein Feind mehr auf dem Schlachtfeld erschienen. Sie lief rastlos hin her, und suchte rasend mehr Blut, dass ihre Zweililie durstig trinken würde. Doch es war niemand da.

Der Drache war jagen, und so umfing sie eine merkwürdige Stille. Sie hörte Stimmen, die vorher nie vernommen hatte.

Die Stimmen fragten: „Was tust du hier?“ „Ich bin ein Krieger, und Krieg ist mein Handwerk, antwortete sie. Sie spürte Furcht, vor den Stimmen.

Die Stimmen traten näher an sie heran und wisperten: „Wirklich? Woran dachtest du, während dieses Tausendjährigen Krieges?“ „An Frieden. An Heilung. Daran wie es wäre, wenn alles ruhig ist.“, sie zögerte während sie sprach, denn das entsprach nicht dem Kriegersein.

„Nun,“ begann die erste Stimme, nun mit mehr Kraft. Ihr Tonfall war leise, doch es klang, als hätte diese Stimme Äonen lang schon ihr Rufe durch die Nacht geschickt. Ein leichter Wind kam auf. „Es gibt zwei Arten von Kriegern. Kennst du diese?“ Der Krieger schüttelte den Kopf, und sie kam sich unwissend vor, wie ein Kind.

„Die Einen, sind von Unsicherheiten getrieben. Sie wollen zerstören, was aufgebaut wurde. Wollen die Feinde klein halten, doch nicht die Wurzel des Üblen zerstören, denn sie wissen in Zeiten der Ruhe werden sie untergehen. In all den Pionieren, den Weltrnbummlern, den Träumern, deren Seelen nicht zerstört wurden. Diese Krieger brauchen den Krieg, um zu überleben. Sie kämpfen mit allen Mitteln, Intrigen, Gift, alles ist ihnen recht. Zerstörung ist ihr Lebenselexier.“

Der Krieger bemerkte es nicht, doch seine Gesichtszüge waren ihm entglitten. Die Stimme sprach unbeirrt weiter:

„Dann gibt es noch eine zweite Art. Sie kämpfen zwar, und das mit mindestens soviel Kraft wie die ersten, doch ihr Wille ist stark. Sie wissen, dass Krieg notwendig ist, denn sie kennen die Dualität der Welt. Nicht jede Möglichkeit, die sie zum Kampf sehen, nehmen sie wahr. Ihnen soll Recht und Ehrlichkeit als Waffe dienen. Sie bilden aus, auf das andere Krieger auf diesen Weg geführt werden. Und sie wissen, dass siein Zeiten des Friedens, helfen das Land wieder aufzubauen. Denn wer tiefe Wunden reisst, hat ebenso das Wissen zu heilen. “

„Und welch ein Krieger bin ich?“ Sie fürchtete sich vor der Antwort, die niemals kam, denn die Stimme, der Seraph oder was es auch gewesen sein mochte, war fort. Sie würde es wohl selbst herausfinden müssen.

Dann hörte sie große, ledenerne Schwingen, die durch die Nacht näher kamen.

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Bald ist Frieden?

Was tut ein Krieger in Kriegszeiten?

Früher hatte sie sich Frieden gewünscht. Sie hatte so viele Kämpfe geführt, und so manchen gewonnen. Manch ein Feind hatte sich, ob ihrer Stärke, nicht getraut ihr unter die Augen zu treten, daher hatten sie ihre kleinen Intrigen gesponnen. -und auf die harte Weise gelernt, dass sie gegen einen Krieger, mit der Ehrlichkeit als Rüstung nichts ausrichten konnten. Diese Feinde stahlen sich heimlich wieder fort. Zogen den Schwanz ein, ohne ordentlichen Kampf. Scheuten die Wunden, die Sie hätte zufügen können.

Sie lernte Kampfgefährten kennen, dachte daran, wie sie in Friedenszeiten, gemeinsam über alte Kämpfe erzählten, und ein Stück lebende Erinnerung sein. Doch auch diese verabschiedeten sich. Ließen die Freundschaft im Sande verlaufen. Sie lernte, dass ein jeder verschwand, und sie war allein. Noch immer im Kriegsgebiet. Von irgendwo kam ein mächtiges Gebrüll.

Allein? – Nein! Sie hatte immer einen Drachen in ihrer Nähe, jetzt gerade kreiste er über dem Dorf und suchte wohl nach einem saftigen Bison. Sie lernte das MENSCHEN verschwanden. Diese kurzlebigen Wesen, die ALLEM eine Bedeutung gaben, und dennoch jedes Wort binnen einen Lidschlages vergaßen.

Und wieder kehrten ihre Gedanken zum Frieden zurück. Was sie dann wohl tun würde mit ihrem Drachen? Er könnte ihr endlich den Wasserfall zeigen, von dem er so schwärmte. Sie könnten faul auf dem Rücken liegen, und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Letzteres stellte sie sich bei ihrem Gefährten überaus amüsant woher.

Kurz kam bei ihr die Frage auf, ob sie sich wohl an Frieden gewöhnen könnte?!? Sie war ganzes Leben eine Kämpferin gewesen, würde der Frieden sie weich machen.

In ihrem Kopf ertönte eine tiefe Stimme, deren Klang sie beruhigte: „Das Kämpfen liegt dir im Blut! Frieden lässt dich nicht schwächer werden, es lässt dich Kraft schöpfen für den nächsten Sturm! Und nun komm, noch ist der Frieden nicht angekommen!“

Sie schwang sich auf seinen mächtigen Rücken. Sie hatte an einen andauernden Frieden gedacht. Dann erhoben sie sich in die Lüfte.

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Das JETZT, das HIER,..

Hallo werte Leser,

In meinem letzten Beitrag, erwähnte ich, dass mir zwei Fragen gestellt wurden. Hier die Antwort auf die zweite:


2. Würde mich jetzt noch interessieren wie so die Ist-Situation bei dir ist. Hast du die Angst wirklich vollständig überwunden oder kommt sie ab und zu doch noch wieder hoch?

Also ich hatte ja die Angst vor Menschen, vor meinen Auswirkungen auf sie und ihre auf mich.

Und ja, ich kann sagen diese Angst habe ich wohl besiegt. Ich habe heute keine Angst mehr vor ihnen. Ich habe echt viele verschiedene kennen gelernt. Ich habe gelernt, das keiner von ihnen, mir persönlich schaden will. Das ist gar nicht ihr Bestreben, so wie es auch nicht meines ist, ihnen zu schaden. Wir alle sind hier gemeinsam auf diesem großen runden Ball. Und es gibt da draußen nichts wovor man Angst haben muss und vor allem sollte!

Da draußen ist es lustig. Ich bestimme selbst, ob ich ängstlich in der Schlange stehe und den Nebenmann fürchte, oder ob ich mal aufmerksam schaue, wer da neben mir steht. Ich muss sie ja nicht ansprechen, aber wenn mein Blick heute jemandem begegnet, dann lächle ich einfach mal. Erst aus Unsicherheit, heute im Gegenteil aus Selbstsicherheit. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Jedoch, es ist noch nicht vorgekommen, dass jemand wirklich negativ darauf reagiert hätte. Ich habe gelernt, dass wenn ich Menschen erstmal anlächle, sie mir freundlicher gesinnt sind, damit habe ich einen Vorteil geschaffen, und so brauche ich keine Angst mehr zu haben.

Und wenn man erst mal weiss, welche Wirkung man auf andere haben kann, dann kann man sie auch nutzen.

Wenn aber doch mal ein Moment der Überforderung entsteht, und meist ist es nur noch ein Moment, dann habe ich wieder die Möglichkeit mich zu beruhigen. Es übermannt mich nicht mehr, ich bleibe handlungsfähig. Und die Möglichkeiten habe ich mir während der Angstphasen selbst erarbeitet. (habe ja schon ein paar dargestellt.) Diese Ideen habe ich mir mal in einem Buch notiert, damit ich sie nicht mehr vergessen kann, falls es doch noch mal so schlimm würde.

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Antwort wieder einen kleinen Einblick in das „Leben danach“ gewähren.

Solltet auch ihr Fragen an mich haben, oder sollte es euch ähnlich ergangen sein, würde ich mich über eure Geschichten in den Kommis freuen!

Liebe Grüße

Eure Jeraph

Zukunft oder Vergangenheit?

Hallo ihr Lieben, wieder einmal wurde mir in einem Kommi eine Frage gestellt. eigentlich sogar zwei. Da ich allerdings nie so genau weiss, wie lang meine Antworten werden, gibt es wieder hier die Antwort. Viel Spaß beim Lesen! 😉


1. So wie du schreibst hört es sich so an, als dein gedankliches Problem sich hauptsächlich auf die Zukunft bezog, also was passieren könnte. Bei mir kreisen die negativen Gedanken Hauptsächlich um die Vergangenheit. Hauptsächlich um die Angst wie andere empfunden habe was ich getan oder gesagt habe. Hattest du in die Richtung auch Probleme oder ging es bei dir hauptsächlich um die Zukunft?

Hm, also wenn ich darüber nachdenke, hat sich dieses Merkmal verändert, im Laufe der Entwicklung. Anfangs hatte ich starke Probleme, mit den Dingen, die ich zu Leuten gesagt habe. Immer wieder liefen die Gespräche ab, ich habe Chatlogs noch und nöcher gelesen. Und bin sämtliche Möglichkeiten durchgegangen, wie ich diese Situation besser hätte lösen können. Wie ich dem anderen weniger Schmerzen hätte zufügen können, und trotzdem der Ehrlichkeit ihren Tribut zollen hätte können. Das ging eine ziemlich lange Zeit so, und es brachte mich dazu viel weniger zu sprechen. Ich schwieg lieber als anderen weh zu tun. Ich hatte keine Ahnung welche Auswirkungen meine Worte wieder mal bringen würden. Wie man in meinen Texten vielleicht bemerkt, trage ich gern zur Heilung bei, wenn man mir dann sagt ich sei pures Gift, ist das gelinde gesagt ein Albtraum. Ich fühlte mich zerbrochen und hatte einfach Angst.

Aber im Laufe der Entwicklung, begann ich zu verstehen, dass ich an Vergangenem nichts ändern konnte. Es war nun mal so gelaufen, ich bin jedoch nicht im Stande die Zeit zurückzuspulen. Was ich tun konnte war, mir die Situation einmal noch mal anzusehen und zu entscheiden, ob ich mich nach meinem Gewissen bestmöglich entschieden habe. Wenn nicht, dann brauchte ich mich nicht mehr fertig zu machen, denn ich hätte beim nächsten Mal die Möglichkeit mich besser zu entscheiden. Aber Geschehenes war nun mal geschehen.

Natürlich gibt es auch die Situationen, die vielleicht niemals wieder kommen, weil Freundschaften zerbrochen sind. Gesagtes nicht zurückgenommen wird oder werden kann. Tja, natürlich gibt es die. Und auch denen habe ich noch mal ins Auge geblickt. Und ich habe erkannt das nun mal solche Dinge immer zwei Menschen brauchen. Dass ich Alles gegeben habe, und wenn das nicht reicht, liegt es eben nicht nur an mir.

Kurz um: ich denke ich habe meinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht. Ich habe natürlich Fehler gemacht, klar. Aber ich darf jeden Fehler machen, ich sollte nur möglichst viel aus ihm lernen. 😉 Dann bin ich zufrieden mit mit.

Die Angst vor der Zukunft, war auch eher die Angst vor der Handlung, denke ich. Ich hatte gerade gelernt, das ich Auswirkungen auf andere hatte. Ich war vorher sehr still gewesen, und dachte wenn ich den Raum verließe, hätte man mich schon vergessen. Versteht diese Stelle nicht falsch, ich fand das gar nicht schlimm. Eigentlich habe ich mich so sehr wohl gefühlt. Doch jeder ist nun mal mit der Welt verbunden, und so hinterlassen wir alle Fußabdrücke auf ihr, so leise wir auch treten mögen.

Das war erst mal die erste Frage.

Liebe Grüße

Eure Jeraph

Narben

7.30 der Wecker klingelt. Der Sturm ist lange vorbei, und so erwacht sie aus ihrem Schlummer. Ihr Drache ist schon los. Die Katzen blicken sie an und sie sagt ihrer virtuellen Freundin, dass sie noch 5 Minuten schlummern will. Die Katzen zeigen sich verständnisvoll.

Nach den 5 Minuten steht sie auf. Erst mal ihren Energy-Boost. Die Katzen gewähren ihr die Zeit. Nach weiteren 10 Minuten startet sie ihren Tag. Auf in die Küche. Dort wird erst etwas gespült und DANACH gibt es endlich Frühstück für die Raubtiere. Thunfisch mit Scampis. Endlich Futter das die Graue Dame verträgt. Und der Sturm ist vorbei, so kann es auch bezahlt werden. Ein kurzer Gedanke, nur eine kleine Narbe.

Dann beginnt sie aufzuräumen, bis zur Arbeit ist noch etwas Zeit und die Morgenstunden sind perfekt dazu.

Sie räumt die Abstellkammer auf, und stellt die Schuhe ordentlich hin, auch die günstigen, aus der Zeit als der Sturm sich gerade zu legen begann.

Sie räumt weiter auf, und dann findet sie überall Pfennige. Wo waren diese, als sie sie gesucht hat? Jetztscheinen sie in jeder Ritze zu stecken. Sie wirft auch den in ihrer Hand in die große Spardose. Sie blickt hinein, ja, da sind sie nun plötzlich. Ihre Gedanken drehen sich, nehmen sich ein Beispiel an einer Ballerina im Ballett.

Sie setzt sich, nehmen ihr kuschelt eine Katze und schnurrt, blickt sie an. Sie ist schon fort. Blickt, nein starrt auf igr Handy, das Rot ihrer Bank-App leuchtet auf.

Da fragt die graue, die Schwarz-weisse Katze: „was tut sie nur? Der Sturm ist vorrüber!“

„Sie rechnet. Wieder einmal.“

Psst! Die junge Frau kann die beiden förmlich hören. Sie blickt weiter auf das Handy. Doch da ist etwas anders als früher. Die Angst ist fort, sie kontrolliert nur noch. Manchmal klopft die Angst noch an, wispert, dass sie der Frau alles nehmen wird. Aber die Frau ist weitergegangen. Sie hat sich eine Karte gemalt und ist losgelaufen. In ihr eigenes Abenteuer. Sie hat sich ein Schiff gesucht und ist auf das offene Meer gesegelt. Nun kontrolliert sie nur noch ab und zu ihre Segel, die in leuchtendem Rot schimmern.

Nach dem sie gerechnet hat, atmet sie auf. Sie erwacht aus ihrer Trance. Sie weiss, das diese Narbe noch etwas Zuwendung braucht. Und das sie auch das irgendwann ganz ohne Angst tun kann. Dann legt sie das Handy weg, und beginnt die Katze zu kraulen. Mit einem Bleistift, wie sie es eben am Liebsten mag. Sie ist wohl genauso verrückt wie Frauchen.

Eine (lange) Antwort…

Hallo werte Leser,

eine weitere Woche ging, rannte beinahe schon. Anfang der Woche, ich kommentiere, wie der ein oder andere schon erfahren hat, wieder einmal einen Beitrag, als ich um eine nähere Erklärung gebeten wurde. Allerdings finde ich, wenn ich erkläre, wie ich zu mir fand, sollte das über den Rahmen eines Kommentares hinausgehen dürfen. (Die Unterhaltung findet ihr in meinem Beitrag bei Eule im Beitrag: „Die Angst kennen lernen“ sie hat diesen Beitrag auch kommentiert und ist somit leicht zu finden 😉 )

Das Thema war, dass diese Person hier einen Blog über die Bewältigung von Angststörungen schreibt, und ich zu gab, das sich mein HSP-Dasein auch durchaus eine Zeit als Angststörung manifestierte. Nun werde ich, etwas länger, ausführen wie ich so damit umging und wie ich mich fing. Also lade ich euch erneut auf eine Zeitreise mit mir ein, zu meiner mit schlimmsten Zeit, die ich allerdings auch dringend für meine Entwicklung brauchte.

Meine Situation war, dass ich damals ein persönliches Trauma erlebte, auf das ich gar nicht eingehen möchte. Grundsätzlich ist ja auch, dies oft ein Auslöser für Angststörungen. Ich begann das Vertrauen in die Menschen da draußen zu verlieren. Als HSP spürt man die eigene Wirkung auf andere sehr viel genauer. Da ich allerdings sehr auffällig bin, wollte ich nicht mehr rausgehen. (Ich wäre zum Beispiel niemals auf den Gedanken gekommen, meine Haare nicht mehr Rot zu färben oder mich iwie unauffälliger zu kleiden!) Als es begann, hatte ich ein halbes Jahr Pause, bis mein Studium beginnen sollte. Es begann erst unauffällig. Ich begann seltener Einkaufen zu gehen, hatte auch viel weniger Hunger. Ich hing Wäsche nicht mehr auf, sondern trocknete sie im Trockner, obwohl ich gerade das vorher genossen hatte. (Aber so vermied ich es andere Menschen zu treffen.) (Manche Symptome, die ich beschreibe, treffen vielleicht eher auf eine depressive Phase zu, aber vielleicht geht es ja öfter miteinander einher als ich denke.) Ich verzog mich in meine Gedankenwelt. Das Schlimme war, dass der Ort, der mir immer Sicherheit geboten hatte, mittlerweile zu einem sehr gruseligen Ort entwickelt hatte. Nun hatte ich ein Problem. Nicht raus können, vor Panik und nicht zurückziehen, da mein inneres Ich wirklich nicht zufrieden war. PLUS: Das zwingende Bedürfnis, Geld zu verdienen um leben zu können. Tja, ich ging also ins Studium, und lernte ein Mädchen kennen, deren Papa einen Waffelstand betrieb. Da ich immer gut mit Kunden konnte, sagte ich dass ich es gerne probieren könnte. (ich weiss, dass er verrückt klingt dass ich mich für diese Stelle anbot…) Zur Arbeitsstelle: Es war hm,… naja so ein Imbisswagen eben, der einen Standplatz in einem Park hat. Dort wurde das Teil samstags auf- und sonntags abgebaut. Das hatte der Verkäufer mit dem LKW-Fahrer zu machen. Nachdem man eben schon zig Stunden verkauft hatte. Und ihr wisst WIE VOLL Parks am Weekend sind. Und alle wollten Waffeln, einen Cappu oder etwas Ähnliches.

Nun könnte man sich fragen wie ich das geschafft habe. Unter der Woche kaum raus, sich verkrümeln und am WE dennoch DAHIN. Also ganz ehrlich? An manchen Wochenenden dachte ich, ich drehe wirklich durch, ich wusste, dass JEDER Kunde VON MIR bedient werden musste. An manchen Samstagen hab ich sowas von, für schlechtes Wetter gebetet. Mein Körper hat den Stress auch nicht lang ausgehalten, und so litt ich immens unter Rückenschmerzen. Aber ich MUSSTE daraus. Es gab keine andere Möglichkeit. Es lebt sich nicht so einfach, nur mit Bafög. Und dazu mein Studium zu beenden, war ich zu dem Zeitpunkt nicht. Ich hatte doch gerade erst begonnen.

Ich wurde gefragt wie sehr mir diese Arbeitsstelle wohl geholfen hat. Und ich denke, allein hat es mir nicht geholfen. Es hat mich oft sehr überfordert, ich habe vor Kunden geheult, und wusste nicht wo mir der Kopf stand. Aber ich bin jemand, der sehr hohe Ideale hat. Und so wie ich mich dort gab war alles andere als ideal. Ich spürte in dieser Zeit recht schnell, dass etwas sehr schief lief. Hm, und ich habe, trotz dessen, dass meine Gedankenwelt mir starke Schmerzen zufügte, weiter alles durchgearbeitet was kam. Ich habe Tagebücher geschrieben noch und nöcher, auch gern mal ein Selbstgespräch aufgeschrieben. Teilweise dachte ich, ich würde nun auch noch Schizophren werden. Doch es musste sich einfach wieder etwas ändern!

Also Tagebücher. Hm. . Ich habe immer schon viel Blödsinn mit meinem Kopf angestellt. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass nicht nur die Gedanken, die wir doch, gefühlt, oft nicht kontrollieren können, meine Realität bestimmen. Sondern etwas, dass ich auf jeden fall kontrollieren kann. Meine WORTE! Worte haben fast schon etwas Magisches für mich. Ich liebe es mit ihnen zu spielen, Alltägliche Dinge anders auszudrücken, und die Reaktionen, der anderen Menschen darauf sind sehr spannend. XD Und so fing ich an in meinen Tagebüchern, andere Worte zu finden. Hm.

Nicht der ganze Tag war doof, sondern die Stunde. Oder: Das Simpelste in der Richtung ist, einfach mal versuchen, jeden Satz der negativ formuliert ist, positiv umzuformulieren. Nicht: Ich will ganz schnell Einkaufen um niemanden zu treffen, sondern: Ich will ruhig Einkaufen und an alles denken. Oder: Hoffentlich bekomme ich in dieser Schicht keine Panikattacke. Sondern: Bestimmt werde ich heute schaffen was, getan werden muss. Eben positiv. (Weiter unten ist mir ein tolles Beispiel passiert XD) Ich habe mir Mut zu geschrieben. Ich war für mich die Freundin um die ich das Universum gebeten habe. Ein anderer Ansatzpunkt war, dass ich gerne Lets Plays schaue. Und ich bemerkte, beim Beobachten der Spieler, dass sie weit weniger Gefühl in die Disskusionen und im generellen Umgang verwendeten. Also fing ich auch an diese Sachen in meine Sprache einzuarbeiten. Nervte mich ein Autofahrer, dann erinnerte ich mich daran dass ein Spieler jemanden mit Tomatenkopf betitelte, und machte es ihm nach. Hm, einfach um Abstand zur Situation zu bekommen. (Gern betitelte ich auch Leute vor mir in der Schlange so, und ich fühlte mich nicht allein, als sei der Spieler bei mir. Natrülich geschah die alles in meinem Kopf, die anderen Kunden beim Einkaufen bemerkten, dies nicht. 😉 )Also war einer meiner Schritte, Abstand zu den Situationen generieren. Und die Sprache und somit in Folge auch die Gedanken ändern. (Einfach mal nen Monat probieren, schadet ja nicht.)

Und wenn ich so darüber schreibe, dass die Gedankenwelt ein sehr wichtiger Faktor für mich ist, so wird mir klar, dass ein Punkt an der Arbeitsstelle, doch so wichtig, wie stressig war. Wenn ich eine riesige Schlange vor mir hatte, wechselte ich in einen Arbeitsmodus. Ich vergass plötzlich, wie VIELE leute dort waren. Ich hatte doch ohnehin keine Wahl, also Kunden für Kunden abarbeiten bis Arbeitsschluss. Und da erkannte ich, dass sich eine Wahl lassen, manchmal ganz schlecht ist. Manchmal darf ich mir gar nicht Option geben, Angst vor etwas zu haben, denn offensichtlich war es meine Wahl. (Zudem die Situation dennoch eintraf, ob ich wollte nicht, bei gutem Wetter, war der Park voll..) Auf der Arbeit funktionierte es ja nun mal. Und das ist das was, die Person für die ich es eigentlich schreibe, als Glück bezeichnet, auch ihr ließ das Leben nicht die Wahl, wenn sie etwas erreichen wollte. Allerdings glaube ich, ihr fehlt die Erkenntnis, dass sie die WAHL hatte. Und so machte ich mir auch darüber meine Gedanken. WENN es eine Wahl gibt, warum entschied ich mich immer für traurig und ängstlich sein? Es änderte nichts, niemand half mir dadurch mehr, es wurde nicht leichter, eher im Gegenteil. Tja, also sah ich mir die Wegkreuzung immer genauer an. Ich wurde wieder bewusster in meinen Gedanken. Ich glaubte einfach wieder mehr an das Positive.

Eine weitere Einsicht daraus war: Die Situation blieb die Gleiche! Ob ich positiv oder negativ war. Ich machte daraus FÜR MICH etwas Gutes oder Schwieriges. Ich konnte mir also helfen, oder mich blockieren mit meinen Gedanken. Und man will sich doch helfen, nicht wahr? Dadurch fühlte ich mich weniger als Opfer. Ich hatte mein Leben und mich im Griff. Davor fühlte ich mich schwammig, alles hatte eine Auswirkung auf mich. Ich hatte jeden Abend Reizüberflutung, und mein Drache hatte es kein leichtes Leben mit mir. Und dieses Gefühl, mag ich gar nicht. Ich fühlte mich wie Knete, ohne feste Form und wusste nicht mehr wer ICH war.

Und da kommen wir zu einem Punkt, der mein Vorteil ist, von dem ich aber nicht weiss wie das bei anderen leuts mit Angststörungen aussieht. Ich kannte mein Ich VOR diesem Trauma. Ich war strahlend und hüpfend, einfach echt glücklich in meinem Leben. Und meine Lebensumstände hatten sich durch das Trauma nicht verändert. Ich hatte meinen Drachen bei mir, meine Wohnung war noch immer in einem Haus lauter lieber Menschen. Das war allerdings auch ein Problem, denn: Nur ich, ich hatte mich vollkommen verändert. Und ich fragte mich was ich verändert hatte. Nach dieser Erkenntnis war auch klar, diese „versuchten Lösungen“, von anderen Menschen bekannt, wie: Partner- oder Ortswechsel würden mir nicht helfen. Ich war ja vorher hier auch glücklich, warum sollte ich nun an einem anderen Ort glücklicher sein als hier? Ich hatte es doch davor für „schön“ befunden. Nun kann man sagen, ja wenn du dich veränderst, willst du auch andere Umstände schaffen. Das mag auch stimmen, wenn man das veränderte Ich mag. Ich tat das auf jeden Fall nicht! Ich hatte Angst vor leuten, bei denen ich zu 100 Prozent wusste, dass sie mir nur Gutes wollten. (Hier hat mein Kopf übrigens den negativen Satz: Dass sie mir nicht schaden wollten, gegen den gelesenen Satz ausgetauscht. Nur mal für oben 😉 ) Ich traute mich nichts zu kaufen, und wenn ich Essen kaufte, brachte ich nicht den Willen zum Essen auf. Keine Kleidung passte mehr, ich war ätzend! Ich konnte mich selbst nicht leiden! Warum sollte ich dieses Ich mit veränderten Lebensumständen unterstützen? Wie sollte das helfen? OMG, das wäre doch Blödsinn gewesen. Ok, aber das hieß nur, dass ich mich wohl wieder zurück ändern musste (Eine Entwicklung, aber ein bissl zum alten Selbst, ihr versteht hoffentlich, ich meine keinen Rückschritt, denn ich war nun eine Andere. Die Erinnerungen und Wunden blieben ja, sie sollten nun heilen…). Wieder der Drang weiter an mir zu arbeiten.

Thema einkaufen: Ich habe schon an anderen Stellen erwähnt, dass ich nicht koche. Ich backe gern, aber beim Kochen vergesse ich das Abschmecken, und das geht meist nicht so gut aus. Zu meinem Glück kocht mein Drache, und das auch noch extrem lecker. Zu meinem Pech wiederum, habe nur ich einen Führerschein, und wenn beide im Studium sind, fällt es nicht so leicht auch noch gemeinsam einzukaufen. Tja, aber ich hatte keine Ahnung was ich einkaufen sollte, damit ich ein leckeres Essen bekomme. Also musste dies organisierter ablaufen. Es stresste mich zu sehr, mir iwas auszudenken, und dann meinen enttäuschten Drachen zu sehen, wenn ihm etwas fehlte. Das ist mein größtes Ding gewesen, vielleicht ist es bei euch etwas ganz anderes. Ich will nur sagen, organisiert und plant, die Dinge, die euch stressen. Es ist wie damals in einer Klausur, wenn man gut vorbereitet ist, dann fühlt man sich besser, und da sind wir wieder bei den Gedanken, dann gebt ihr euch selbst Sicherheit. Denkt auch an das Gesetz der selbst erfüllenden Prophezeiung. 😉

Was ihr daraus gewinnen könnt sind mehrere Dinge:

  • Ihr könnt euer Selbst beruhigen, wenn das Gedankenkarussell startet. Sagt euch, dass ihr euch konstruktive Gedanken gemacht habt, dass ihr einen Plan habt und nun vorbereitet seid. Schreibt den Plan ruhig auf, und geht ihn EINMAL durch, dass ist die Extrawurst, die ihr eurer Angst zugesteht. Mehr nicht, ihr habt sie ernst genommen, gesehen dass ihr vorbereitet seid und dann soll es auch ok sein. (Und bitte sagte nicht, ihr könnt das nicht. Noch so ein Negativsatz, wenn er kommt setzt ich immer ein „noch“ dazwischen, denn ich habe schon viele Dinge nicht gekonnt, bevor ich sie eben, durch immer wieder einfach machen, DOCH gekonnt habe! Probiert es doch einfach mal, bis ihr es könnt! Und nehmt euch dabei alle Zeit, die ihr braucht. Wichtig ist euer Fortschritt, nicht ob ihr ein oder fünf Jahre gebraucht habt! Es ist EUER Leben! Ihr könnt entscheiden, welche Lektionen ihr lernen WOLLT! )
  • Ihr habt nun einen ungefähren Plan von der Situation, also könnt ihr Ängsten besser begegnen, im Kopf meine Ich. Ihr habt nicht mehr diese schwammige Angst vor irgendwas. Ich mein, WOVOR hatte ich den Angst beim Einkaufen? Das mich jemand anspricht? Krass! Echt ne schlimme Situation. „Wissen sie wo der Feta ist?“ (den ich immer übersehe) „Na klar, dort drüben.“ Ja,.. mein Vergangenheits-Ich hatte vollkommen recht! Ist wirklich gefährlich da draußen! Ne, ihr habt diesen Plan, auch für den Worst-Case. Also wisst ihr was als Schlimmstes passieren, kann. Und das ist oft überhaupt nix wofür sich der Stress der Angst lohnt.
  • Ihr habt nicht nur einen Plan der Geschehnisse, sondern auch des zeitlichen Ablaufes. Also habt ihr eine Ahnung wie lange die Situation geht. Die meisten Sachen sind doch ne Sache von einer Halben Stunde. Aber Vorsicht! Plant für die Situation wirklich genug Zeit ein. Ihr sollt nicht auf der Flucht sein, sondern gemütlich spazieren. Und wenn ihr ja einen Plan habt, dann kann es (bei mir der Einkauf) auch eine Minute länger dauern, vielleicht habt ihr so noch Zeit, etwas Schönes zu erkennen und so vielleicht sogar glücklicher aus der Situation zu kommen. 😉

Wow, ich glaube langsam hab ich mich leergeschrieben! Ich glaube das waren für den Anfang die wichtigsten Eckpunkte. Denn danach ging es mir Besser. Ich hatte einen Abstand zu Situationen geschaffen. Ich hatte durch den Job gelernt, dass ich mehr kann als ich mir zutraue, und das sogar verdammt gut, denn zum Schluss hatte ich Stammkunden, die Kunden freuten sich mich zu sehen. Ich habe die Schlange von Menschen echt unterhalten, und trotz einstündigen Wartens auf eine simple Waffel, war die Stimmung meiner Schlange meist gut. Natürlich hat auch das mein Selbstvertrauen gepusht. Aber das ging ja auch nur, weil ich mich dafür entschieden hatte. Ich habe glaube ich, einem Psychotherapeuten eine Menge Geld gekostet, weil ich einfach selbst an mir gearbeitet habe. *lach* Aber ich muss sagen, auch meine Zeit in der Angst, war extrem spannend. Ich mag verrückt sein, allerdings habe ich Erfahrungen mit mir selbst gemacht, die ich absolut nicht missen will. Ich kenne nun meine Ausstrahlung, wie ich auf leute wirke, und wirken kann. Ich merke, dass ich natürlich beeinflusse, wie andere auf mich zukommen. Dass alles hätte ich ohne die verrückten Ängste, die depri-phasen, und diese ganze schwierige Zeit nicht erfahren. Und nun wo ich mich auch in dieser Phase kenne, kann ich wieder selbst bestimmen. Manchmal liege ich im Bett, natürlich kommt immer mal eine Angst zu besuch. Aber dann liege ich dort und denke: „Ich bin hier zu haus, in MEINEM Bett, es ist MEIN Leben, und das WILL ich mit schönen Gedanken genießen. Und deshalb entscheide ich mich bewusst dafür, jetzt etwas Schönes zu denken! Es ist MEINE Entscheidung!“ Und dann lenke ich meine Gedanken um. Für andere ändert sich ja dadurch nichts, nur für mich. Kein schlechtes Gewissen, oder keine Angst bringt irgendetwas Gutes!

Tja, ich habe keine Ahnung, wer diesen laaaaaaangen Text, echt bis hier her liest. Ich fürchte auch, dass ich etwas redundant war, allerdings habe ich nun 3 Stunden durch geschrieben. Einfach bloß den Gedanken freien Lauf gelassen. Ich dachte auch mehrfach daran, das der Text zu lang sei. Allerdings, wollte ich mir auch den Raum nehmen! Ich war eben noch nicht fertig mit meinem Text. Ich hoffe, ihr hattet trotzdem Spaß bei meiner erneuten Zeitreise.

Bis bald

Eure Jeraph

P.s das Irrationalste am Ganzen war, bei allen Ängsten, hatte ich nie die Angst, das mich jemand im Job auf meine schlechten Zähne ansprach, oder dahingehend negativ reagierte. Und das zeigt doch wieder wie verrückt Ängste sind! Die Angst vor dem Zahnarzt bewältigte ich dann auch gleich mit in dieser Zeit.

Warum bin ich hier?

Hallo ihr lieben Leser da draußen!

Ich bin nun die dritte Woche hier mit dabei. Und im Augenblick fühlt es sich so an, dass ich hier eher da bin, um Beiträge anderer zu kommentieren, also das meine Texte das Wichtige sind. Ich meine dies in keinster Weise negativ. Auch fühle ich mich nicht so, dass ich andere bewerten würde, und selbst nichts beitrage. Ne, eher sind da die kleinen Beiträge, die ich so gut verstehe, und gegen die ich eigentlich meine Beiträge in die Welt schicke. Nicht gegen die Personen, oder Beiträge, sondern gegen die Ängste, Sorgen und Trauer, welcher hinter den Beiträge steckt. Und ich möchte zeigen, dass auch wenn man diese Gefühle selbst kennt, (sie mein Leben eine Zeit lang sehr beherrschten) man kann da raus kommen, und sein Leben wieder genießen.

Natürlich ist das absolut nicht leicht, auch wenn ich das in Kommentaren vor meinem lesen durfte. Ne, sicher nicht. Es ist viel Arbeit, man braucht Mut, und den Willen, wieder zu Leben. Dieser Wille fehlte mir eine ganze Zeit lang. Klar, der Wunsch nach einem schönen Leben war da, aber der Wille nicht. Und der ist ne ganze Stange stärker als nur der Wunsch. Ein Wunsch bedeutet, dass mir etwas passieren soll, das mein Leben wieder lebenswert macht. in Partner, ein Job what ever. Aber der Wille, leute, der Wille, heißt, dass ICH in der Lage bin, etwas zu ändern. Es gibt Unabhängigkeit. Aber wie schreibt Reinhard Mey, in seinem Lied Einhandsegler?

Niemand steht über dir, aber auch niemand steht dir bei!

Und das stimmt so ziemlich. Ich dachte erst, warum hilft mir niemand, meiner wenigen aber doch ach so tollen Freunde. (Und ja ich weiss, eine Freundin liest es. Bitte lies weiter, ja? ^^) Sie konnten nicht. Sie steckten in ihren eigenen Leben, und ja es kam ab und zu eine Nachricht wie es mir ginge, aber trotz dessen, dass ich immer schrieb wie es mir ging, ehrlich schrieb. Konnte keiner helfen, machte nicht mal den Versuch. Kamen nicht zu Besuch, oder versuchten es anders. Irgendwann wurde mir klar, wenn ich mich nicht selbst rette, werde ich untergehen. Und das liebe Leser, wollte ich nicht. Ich bin, wie schon mal erwähnt, sehr STUR! Und dieses Leben, kann nicht so schrecklich sein, als das ich wirklich aufgebe. Diese Blöße wollte ich mir nicht geben. So kam mein Funke zurück.

Wenn ich mich damals beschreiben sollte, dann wohl als ein kleines Häufchen, kraftloser Pampe. Da war nix. Ich wollte nicht aufstehen, ich wollte nicht raus. Nur atmen, ja das ging so gerade nicht. Aber wenn ich mir vorstellte so, meine restichen Jahre zu verbringen, ich war hm, so um die 27, da war es noch ein bissl Zeit, bis mein Körper das Atmen aufgeben würde. Öhm,.. aber so?!? Ne, ich kannte mich doch anders. (Das war ein Vorteil, klar…) Ich wusste, dass ich unheimlich stark sein konnte, warum war ich es dann nicht einfach? Ich sprach in dieser Zeit oft mit meiner Großmutter, mein Fels in der Brandung. Ich sagte ihr immer:

Ich bin in einem Loch, aber Omi ich verspreche dir, der Boden hier ist aus Beton, fest und hart. Und ich habe Flügel, irgendwann komme ich wieder hoch! Aber im Augenblick, bin ich noch hier unten… Ich habe die Kraft noch nicht, aber sie kommt zurück!

Ich wollte nicht, dass sie sich zu große Sorgen um ihre kleine Maus macht. Und in meinem Innern wusste ich, dass ich wieder stark und gesund werden kann.

Anfangs richtete ich eine Cafe-Bar in meinen Gedanken ein. Ich konnte meine Gedanken nicht abstellen, aber sie lenken, und ordnen. Hm, ich erinnere mich, dass die Angst immer ihre Extrawurst bekam, kleine heulendes Kind. Das machte es irgendwie weniger schlimm. Die Angst war das Kind, dass immer heult, damit es seinen Willen bekam. (solche Kinder, konnte ich noch nie leiden) Das bedeutete für mich, dass ich darauf achtete wann sie diese forderte, und ob sie sie wirklich verdiente. ^^ Ich habe die personifiziert, sie war kein Gefühl mehr, sondern etwas, mit dem ich reden konnte. Das ich kennen lernen konnte. Hm. Also irgendwie wurden wir Freunde. So seltsam das auch klingt.

Was kam dann? Ich hatte Angst vor anderen Menschen. Tja, nur scheiße, wenn man einkaufen muss, weil man als einziger nen Führerschein hat, und der Drache, auch eher der schlafende Drache war. Also muss das ja. Ich selbst habe in dieser Zeit kaum gegessen. Zum Einen, weil kochen nichts meins ist, das tut der Drache, aber der braucht Zutaten, woher soll ich zum Teufel wissen was er braucht, wenn ich nicht koche? Wir haben dann eine mobile Kochapp benutzt, und gemeinsam ein Kochbuch aufgebaut, in dem ich genau sehen konnte was er brauchte. Teilweise, ist er auch virtuell mit einkaufen gekommen, per Whats app, das hat mir sehr geholfen. Wieder ein Hürde. Zum anderen, habe ich nicht mehr viel gegessen, wegen meiner Zähne. Hm. Ich habe sein Kind an schlechte Zähne, damals war die Zahnärzte anders, und nachdem ich 3 Jahre jeden Mittwoch zum Zahnarzt musste, sagte ich mit 18 ich will nicht mehr. Das hatte leider den Effekt, das sie verfaulten, und schmerzten, und tja, damit war Essen echt ne Qual. Aber die Angst, mal wieder hinderte mich daran, mich zu heilen. Damit sollte ja Schluss sein. Also wurde dann auch das angegegangen. Hat mein Drache Augen gemacht, als ich nach Haus kam und sagte, „morgen wird mir der erste Zahn gezogen!“ Er kam mit und hat mirversprochen dem Arzt eins auf die Nase zu geben, wenn er nicht brav ist. ^^ Einfach klasse. Natürlich hatte ich Paras! 10 Jahre nicht beim Zahnarzt. Als HSP sollte mir ein Zahn gezogen werden! Alter Falter, hatte ich Bammel! Aber berührt, geführt! Wie die alte Schachregel besagt. XD Ich habs durchgezogen. Eine Woche später wurden 5 Zähne in einer Sitzung gezogen. Ich lache mich gerade innerlich schekig, weil ich es geschafft habe! Tja, dann bekam ich meine Prothese. Und ich bekam einen Adventskalender, von einer guten Freundin. Ihr müsste euch vorstellen, dass ich 10 Jahre keine Süßigkeit ohne Schmerzen gefuttert hatte. In diesem Kalender, war am ersten Tag, ein weißes Minzblatt. Und ich könnte noch immer heulen, wie schöne es war, dies im Mund zergehen zu lassen und keine Schmerzen zu empfinden! Ich saß mit geschlossenen Augen in der Mensa und genoss und war dankbar! Ich war MIR dankbar!!

Tja, gut, nachdem ich diese, meine größte Angst bewältigt hatte, war das natürlich ein Boost.

Hm, nun fällt es mir schwer weiter über diese schwere Zeit zu schreiben. Denn mit diesem Erlebnis spürte ich endlich wieder meine Kraft. Ich hatte gemerkt, dass es so nicht weitergehen durfte. Vorgenommen hatte ich mir das in Island, ein Trip, der mir meinen größten Wunsch erfüllen sollte. Ich wollte und habe die Nordlichter über mir gesehen. Und danach hab ich mir vielleicht auch sowas gedacht wie: „Naja, wenn du nun beim Zahnarzt umfällst, hast du die gesehen, also machs halt ^^“ (Ja, ich bin wahrlich irre, aber ich mag mich sehr!)

In Island, gab es auch einen Schlüsselmoment, als ich mit meiner Freundin auf dem Bett saß. Wir redeten über die letzte Zeit, auch ihr war es nicht gut ergangen. Wir redeten über soziale Plattformen, und dass sie meine Beiträge dort nicht angezeigt bekommen hätte. Und dann zeigte ich ihr als die Hilfeschreie, die Trauer, die Ängste und Sorgen. Und sie war sichtlich überrascht, dass ihr das alles nicht bewusst war, obwohl ich auch ihr geschrieben hatte. Und sie erschrak darüber, das nur weil sie Beiträge nicht gesehen hatte, sie auch sonst nicht gemerkt hatte wie schlimm es um mich gestanden hatte. Es wäre das typische:

Ach. hätte sie doch was gesagt, wir hätten ihr doch geholfen! Sie war ja immer still BLA BLA BLA!

gewesen! Und tatsächlich, sagte sie sogar, ich hätte ja was sagen können!!! Ich habe in dem Moment nicht klein bei gegeben. Ich habe ihr unsere Gespräche in Erinnerung gerufen! Und habe auch gesagt, dass sie mich auch hätte gehen lassen! (Und ich war eine Zeit lang, sehr wütend auf die Welt, wie mich einfach jeder hätte gehen lassen!)

Heute bin ich nicht mehr böse, ich habe verstanden, dass ein jeder sich selbst retten muss! Und an dieser Stelle schließt sich auch der Kreis. Ich bin gefallen, weil ich jemanden retten wollte. Ich sah jemanden fallen, und wollte sie retten. Doch durch meinen Fall habe ich gelernt, dass auch ich niemanden retten kann, der nicht selbst den Willen zu LEBEN in sich trägt. Das geht nicht! Leider.

Heute bin ich noch sehr gut mit der Freunden, befreundet, mit der ich in Island war. Ich versuche ihr zu helfen, Ratschläge zu geben. Die meist darin enden, dass sie sich mehr Ruhe gönnen soll, die sie getrost in den Wind schlägt. *lach* Sie sei nicht der Typ dafür. Und deshalb bin ich glaube ich HIER! Einfach um zu helfen. Ein Licht in dunklen Zeiten zu sein, und zu zeigen, dass es einen Weg zurück gibt. Es ist NICHT leicht, aber WORTH!!! Jeder einzelne Schritt, war eine Herausforderung für sich. Und an jedem Punkt, hätte ich aufgeben können, dass ist mir mittlerweile klar, in diesen Situationen, habe ich mir diese Option allerdings nicht gegönnt. ^^ Nein, never surrender!

Tja, nun kennt ihr eines meiner schlimmsten Jahre, und zugleich das in dem ich meine größte Entwicklung durchgemacht habe. Und auch wenn ich es nie WIEDER durchmachen will, bin ich froh um diese riesige Angst die ich hatte, denn nun kann ich leute, die diese spüren, sehr gut verstehen. Ich habe nichts übrig für Selbstmitleid, wohl aber für den Schritt, sich hier zu öffnen, und zu zeigen, dass solch eine Phase hat. Aber lasst es nicht mehr als eine Phase in eurem Leben sein. Egal wie lang sie (schon) andauert, arbeitet daran, in kleinen Schritten. Feiert jeden noch so kleinen Erfolg! Seid stolz, dass ihr (immer noch) hier seid! Jeder Tag ist eine neue Chance!

So, meine Lieben. Ich habe nun noch ein paar Dinge vor, an diesem schönen Sonntag. Zum Abschluss noch zwei Bilder.

(Und nur für das Protokoll: Ich mag beide Bilder, und beide Ichs, jede war auf ihre Weise stark, hat viel gelacht, und der Welt die Zähne gezeigt, auch wenn es zeitweise ein paar wenige waren!)

Nun bleibt mir nur noch euch einen wunderschönen Sonntag zu wünschen!

Bis bald liebe Leser,

Eure Jeraph