Hallo ihr Lieben, nun der dritte Beitrag zur Blogparade von Alice:
Ich habe hier schon oft erwähnt das ich PTA bin. Nun, heute war so ein Tag an dem ich an Vieles von Früher erinnert wurde.
Meine Ausbildung war nicht leicht. Ich hatte als Realschülerin unter vielen Abiturienten nicht die besten Voraussetzungen. Auch zu Hause war es eher schwierig, hatte ich kein Zimmer und schlief in der Küche meiner lieben Großeltern, die mich nach dem Tod meiner Mutter aufgenommen hatten. So war ich sehr überfordert mit der Ausbildung. Als es im 2. Jahr der Ausbildung auch noch 5en hagelte, neben der Neurodermitis am kompletten Körper, musste ich einfach in meine eigene Wohnung. Glücklicherweise traute die Sozialarbeiterin mir das mit 17 zu. Mein Opa war erst verstimmt, doch als sich auch unser Verhältnis besserte war er, denke ich, zufrieden. Ich zog die Ausbildung durch. Biss mich durch, aber ich hatte immer das Gefühl hinterher zu hinken. Immer dachte ich alles schlechter als die anderen zu verstehen, und leider traf das durch den zusätzlichen Druck den ich mir machte, öfter ein als mir lieb ist. Doch heute bin ich dennoch PTA genau so wie die jungen Mädchen, die mit mir abschlossen.
Heute stand ich in der Apotheke. Nach 5 Jahren Abstinenz, habe ich seit fast einem Jahr wieder eine Anstellung als PTA. Momentan bin ich Springer in einer anderen Apotheke als die letzten Monate. Diese Apotheke zeichnet sich durch eine große Freiwahl aus. (Die Regale, die vor der Verkaufstisch stehen, an die ihr selbst drangehen könnt 😉 ) Das bedeutet für mich, dass ich viel beraten muss. Also auf Wissen aus meiner Ausbildung zurückgreifen muss. Erst wollte wieder dieses Gefühl aus der Ausbildung kommen, alle können es besser als ich. Und dann kamen die Erinnerungen eben doch. Wie gute Freunde, flüsterten sie mir die richtigen Hinweise in Ohr. Fröhlich winkt förmlich die Packung aus dem Regal und lockt mich an das richtige Regal. Ich habe mich eben weiterentwickelt und die Noten von früher treffen nicht mehr zu. Eine PTA wächst zum Glück an Erfahrungen, sie wind wie gute Weine, mit dem Alter immer besser. Und so war der Tag echt wunderschön, und ich musste oft an die diese Blogparade denken. ^^
Unglaublich, ich hätte gewettet ich wäre über die 400 Wörter gekommen, aber der reine Beitrag ist definitiv kürzer, Glück gehabt. Die Regeln und den Weg zu Alice wundervollen Blog findet ihr genau: HIER!
Sie blickt auf ihr Leben . Ist es wirklich ihr Leben, fragt sie sich unwillkürlich. Alles ist so lang schon her. Die Erinnerungen dringen auf sie ein. Flüstern, dass sie all das durchlebt hat. Glauben kann sie es nicht. Wer würde nach solchen Erinnerungen lachen? Doch sie tut es. Wie kann man danach weiter gehen? Sie tut es. Und langsam dämmert es ihr. Sie ist nicht mehr das Mädchen, das all das erlebt hat. Nicht sie ist die junge Frau, die diese bodenlose Angst erfuhr. Nun ist sie jemand anders. Diese Erinnerungen sind zu Erfahrungen geworden. Und Erfahrungen stürzen sie nicht in den Abgrund. DESHALB kann sie lachen. Und genau deshalb wird sie weitergehen.
Ein Beitrag zu Alice Blogparade. Die Regeln sind hier zu finden.
Die zweite Blogparade von Alice ist gestartet. Die Regeln findet ihr hier. Das neue Thema heisst: Erinnerungen.
Du blickst in den Spiegel.
Dann stürzen sich auf dich. Sie tragen dich in die Untiefen deiner Gedanken. Sie krallen sich in deinen Haaren fest, kratzen deine Haut auf und dringen tief in deinen Geist. Unruhig beginnst auch du dich zu kratzen. Ein entrinnen gibt es nicht. Wie willst du vor etwas fliehen, das in deinem Kopf ist? Du weißt es nicht. Unruhig blickst du dir in die Augen, und siehst doch weit entfernte Bilder. Es gibt keinen Chirurg, der dir helfen kann. Die Medizin ist vorangeschritten, Löcher im Kopf werden wieder verschlossen. Tränen rinnen dir über die Wangen.
Irgendwann schließt du die Augen. Erst hast du sie zugekniffen, siehst immernoch alle Bilder. Doch du bringst zu begreifen, es ist nicht echt. Die Situation ist schon überstanden. Du bist Opfer eines Reliktes aus alter Zeit geworden. Dein Atem beginnt ruhiger zu fließen. Deine Muskeln entspannen sich. Die Erinnerung verblasst langsam wieder. Und plötzlich lächelst du. Dein Spiegelbild grinst verschmitzt, sie ist die einzige, die wirklich versteht. Verstehen kann. Deine beste Freundin, denn sie teilt deinen Schmerz. Und die Erinnerungen.
Ich habe hier ja die letzten Tage von meinem Gedankenbuch, bullet journal oder wie ihr es auch nennen wollt geschrieben. Und das bringt mich gerade zum Nachdenken. Immer wenn ich davon erzähle höre ich Sätze wie „ach das würde ich auch gern durchhalten. Ich fände immer an und dann hört es auf“ und dann kommt mir der Gedanke, dass mir das als Kind doch auch so ging. Wie viele Bücher hab ich vollgekritzelt. Allerdings auch immer nur 1 bis 2 Seiten.. Was hat sich geändert und wie? Ich sehe dich immer noch den Chaot obwohl ich scheinbar doch gewachsen bin.
Wenn ich so drüber nachdenke, dann höre ich immer meinen Opa, der mir sagte ich müsste disziplinierter sein. Ok, das hat er nie so wirklich gesagt aber im Subtext. Mein Onkel hat mir viele Filme mit japanische Philosophie gezeigt. Ehre, Disziplin, Loyalität, Ehrlichkeit. Ich empfand diese Tugenden als erstrebenswert. Und habe mich immer bemüht danach zu lernen. Ich habe hier schon beschrieben wie ich mich dazu erzog mein BuJo zu führen.
Allerdings komme ich gerade auf den Gedanken, dass ich abnahm diese Tugenden Seiten auch für andere erstrebenswert. Gut, dass Ehrlichkeit nicht dazugehört lernte ich schmerzhaft und schnell. (Dennoch gebe ich jedem weiterhin die Chance als ehrlich zu gelten bis er mir das Gegenteil beweist.) Ich maß mich immer an diesen Standards und da ich sie lange nicht erreichte fühlte ich mich schlecht. Wenn ich aber heute diese Sätze höre spüre ich verschiedene Gefühle. Einerseits klopft mir ein Teil meiner Selbst auf die Schulter und ist stolz. Ein anderer Teil versucht den Gesprächspartner zu helfen. Der nächste Teil murmelt, das es auch für mich Disziplin bedeutet das weiterführen.
Wenn das Gespräch dann weitergeht und ich merke das der andere sich für mich „festgeschrieben“ (wie auf eine Diskette festgeschrieben sei. Unfähig sich zu verändern.) dann beende ich das Gespräch. Es tut mir weh, ein Wesen so zu sehen. Ich konnte so nicht leben.
Gut, natürlich will ich ich selbst sein. Nicht nur anpassen o. Ä. Aber ich will auch an mir arbeiten, mich entwickeln, mich herausfordern. So oft will ich das, dass ich manchmal ins Halten muss um zu sehen wer ich gerade bin.
Und diese ganzen Gedanken haben mich dazu gebracht mein vorgenommenes Yoga heute wieder aufzunehmen. Erst wollte ich das mit der Wii machen, das hat mir früher Spaß gemacht. Allerdings hat sich das Ding versteckt. Kurz kam der Gedanke auf das ich es verschieben könnte. Doch nix da, eine nette Yoga App und eine Wolldecke taten es für den Anfang auch 😜
Ich hoffe ich konnte euch dazu inspirieren, bei dem ganzen Du-selbst bleiben, trotzdem etwas zu verändern.
Ich habe hier schon öfter erwähnt, dass mein Gedanken Buch oder neuerdings mein Bullet Journal mir sehr viel bedeuten. Nun heute, gerade ein paar Tage nachdem ich endlich mit dem Buch zufrieden war, ergießt sich eine Getränkedose über denselben… Alles futsch..
Erst mal war ich sehr traurig. Aber und das bemerkte ich gerade, nicht so hart verzweifelt. Nicht diese bodenlose Traurigkeit. Klar, viel Arbeit steckt darin. Und ich wollte so manches mal noch darein schauen. Allerdings habe ich mir vorgenommen mir das buddhistische Prinzip des Loslassens anzueignen. So hatte ich mir vorgenommen, das es iwann einfach in den Müll kommt. Es hatte seine Zeit und diese ist vorbei. Doch ich dachte ich hätte noch Zeit.
Tja, wie oft denken wir das?.. Da kam sich jeder seine eigenen Gedanken zu machen. Ich brauche nicht daran zu appellieren, dass ihr eure Zeit nutzen sollt. Das wisst ihr selbst.
Nö, hier geht’s gerade darum, dass etwas kaputt gegangen ist. Etwas das mir wichtig war, dass mir Sicherheit gegeben hat. Aber auch darum etwas gehen lassen zu können. Darum es anzunehmen, es ist wie es ist. Es ist nicht schlimm, traurig noch schön oder erfreulich. Es ist einfach so. Meine Reaktion macht daraus was es ist. Meine Gedanken erschaffen meine Realität. Und ich habe gerade heute morgen einen Beitrag über Neutralität gelesen. Ja, ich bin dieser Situation jetzt mal neutral gegenüber. Dieser Tag war anstrengend und DAS hätte das i-Tüpfelchen in KÖNNEN. Wird es jedoch nicht, denn ich entscheide mich dagegen.
Nun muss ich mich nur noch gegen die, sich androhende, Migräne entscheiden 😉
Es huscht gerade ein Gedanke durch meinen Kopf. Seit gestern hab ich ein neues Handy, ein neues Spielzeug mit einer spitzen Kamera 😍, das heißt für mich zum einen ich kann nun schöne Fotos für meinen Blog zaubern. Zum anderen steht auch die Entscheidung an welche Teile meines „alten“ Lebens sollen übertragen werden.
Die Problematik mit der Übertragung der Nummern, Nachrichten und allem kleinen Zipp und Zapp ist eigentlich schon lange kein echtes Problem mehr. Ich entspringe der Generation, die bei einem Wechsel des Handys noch jede Nummer einzeln neu eintippen musste. Wenn diese denn vorher irgendwo möglichst leserlich aufgeschrieben worden waren. Bilder mussten irgendwie „gerettet“ werden. Alles passé!
Früher bin ich mein Nummernbuch durchgegangen, welche ich wohl noch am wahrscheinlichsten kontaktieren würde. Im Verlauf der Jahre ist diese Liste kürzer geworden. Heute muss ich das nicht mehr tun. Und doch denkt mein Kopf weiter. Wofür brauchst du das Handy überhaupt. Nachdem deine letzte „beste Freundin“ sich auch nicht mehr meldet? Wen willst du kontaktieren. Und wie es so ist fallen mir als erstes die Leute ein, die mich zu letzt verletzt haben. Gut, auf der anderen Seite der Wippe sitzen auch nicht so viele Leute. Und dann geht die Fragerei wieder los, hast du genug Leute um dich, bist du allein? Fühlst du dich geliebt? Ihr kennt das wenn euer Kopf so los geht oder?
Nun ihr seid gerade live dabei wie mein Kopf es versucht. Doch ich merke gerade was da passiert. Und das ist der Knackpunkt, wenn ihr euch bewusst werdet, dass es nur Gedanken sind, habt ihr die Chance auszubrechen.
Ihr habt gerade eine meiner weiteren Taktiken erlebt, wie ich aus der Angst raus kam. Ich habe in meinen krassesten Zeiten 10 Seiten täglich geschrieben. Immer wenn diese Gedanken Fragen kamen. Ich habe geschrieben wie eine Wahnsinnige um gesund zu bleiben.. Ich habe gefühlt unendliche innere Dialoge verfasst. War mir eben mein bester Freund. Bei mir war es immer ein schlichtes schwarzes Buch mit blanko Seiten, genug Platz um jede noch so starke Emotion aufzunehmen. (Stichwort HSP)
Irgendwann kam die Zeit in der ich nur noch schrieb. Und danach merkte ich, ich wollte wieder leben. Ich hatte viele Sachen in mir verarbeitet. Aber ich habe das nicht gänzlich aufgegeben. Warum auch? Es hat mich geerdet. Heute führe ich ein bullet journal. Ich habe die Disziplin erlangt so etwas langfristig zu führen. Und es ist schön den Tag zusammenzufassen und den nächsten zu planen. 😉
Und am Ende weiß ich eben doch genau wofür ich dieses Spielzeug haben wollte. Um euch hier etwas zu hinterlassen. Und abends dann eure Blogeinträge zu lesen. Genau darauf freue ich mich jetzt.
Ich betrete den Raum. Als erstes schlägt mir kalter Zigarettenrauch entgegen. Ich gehe soviele Schritte in den Raum rein, wie es zum Buffet braucht. Nun bin ich in der Falle. Es kommt mir vor als hätte ich mich selbst zum Schlachter gebracht. Die ersten haben mich entdeckt. Sie inspizieren mein Outfit, meine Hose sitzt sicher zu eng. Meine Haare, die mal wieder nicht genug glänzen. Mein Herz geht schneller. Ich blicke zurück, doch ich nehme kaum etwas von den anderen wahr. Während Sie jeden noch so kleinen Fehler von mir mit Habichtsaugen erkennen. Zum Beispiel meine Schuhe, die nicht ganz zu meinem Rest passen wollen. Mir wird schwindelig und mein Herz rast inzwischen. Ach, wäre nur mein Nico hier. Alles wäre besser mit ihm, er würde lachen, und sie würde ihr Angst verlieren. Aber der konnte heute nicht mit auf diese Familienfeier.
„Hey Rina, wo ist denn Nico heute Abend?“, spricht mich Toni an. Tief durchatmen, es ist eine berechtigte Frage. Und dennoch, sie schaut mir so genau an. Warum starrt sie so? Ich muss hier raus, mir ist heiss und die Panik steigt meine Kehle hoch, droht mich zu ersticken. Ich bringe noch „Nico spielt heute woanders. Habe was im Auto vergessen“ hervor und stürtze dann aus dem Raum.
Im Auto angekommen weint sie, endlich allein. Keine stechenden, fragenden Blicke. Jetzt will sie zu Nico. Sie will ihm noch gute Nacht sagen bevor sie nach hause fährt. Dann kommt sie auf dem Parkplatz des alten Stadtfriedhof an. Irgendwann würde sie seine Geschichte erzählen…
Ein weiterer Beitrag zur Blogparade von Alice. 🙂 Den Hauptbeitrag von ihr, finder ihr Hier. ^^
So, ich mache auch mal bei dem Projekt Freitagsfüller mit. Viel Spaß beim Lesen 🙂
1. So langsam komme ich bei mir und meinem Urlaubstag an.
2. Die Sonne scheint und genau deshalb gehe ich gleich mit meinem Drachen ein Eis essen.
3. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich entspannen darf.
4. Nicht nur die Blätter, Sträucher und Gräser erstrahlen in ihrem Grün.
5. Ich habe eine Schwäche für Genuss, deshalb werde ich den Tag heute ganz unbeschwert genießen.
6. Wenn auch ihr Spaß beim Lesen dieses kleinen Projekt hattet, freue ich mich auf eure Kommentare.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Runde „No time to relax“ , morgen habe ich geplant, zu meditieren und mich zu sortieren und Sonntag möchte ich auf jeden fall ausschlafen !
Dann möchte ich auch etwas zur Blogparade von alicemakeachoice beitragen. 🙂 Hier findet ihr die ganze Beschreibung der Aktion.
Das Thema ist „Beobachtungen“.
Sie lag in ihrem Bett. Es war gerade dunkel. Nein, eigentlich war es immer dunkel um sie herum. Sie hörte Schritte, die an ihrem Zimmer vorbeigehen. Das war ihre Mutter, sie lief morgens immer schnell hin und her.
Ihre Gedanken driften ab, sie ist auf einer Lichtung. Die Sonne lässt das Gras in ganz verschiedenen Tönen von Grün leuchten. Lilli sieht einen Schmetterling. Seine zarten Flügel glitzern. Die Zeit scheint still zu stehen, als er auf sie zufliegt. Sie nimmt nur diesen Falter wahr. Hat ihr Bett vergessen, die Schritte ihrer Mutter hört sie längst nicht mehr wahr. Der Schmetterling kommt näher und näher. Bald schon erkennt sie die zarte Zeichnung auf seinen Flügeln. Sie spürt schon die Wärme, der Sonne auf ihrer Haut. Irgendetwas brennt dort, doch sie schüttelt den Kopf, verdrängt den Gedanken
Zuhause sitzt Maurice am Bett seiner Tochter und streicht ihr vorsichtig über den Arm, welcher vom Feuer zerfressen erscheint. Ihre Gesichtszüge verziehen sich, schnell zieht er dir Hand zurück. Er beobachtet ihre schwachen Atemzüge. Wie sich der Brustkorb ruhig hebt und wieder senkt. Beobachtet ihre Nasenflügel, und hört wie der Atemstrom ihren Körper langsam wieder verlässt. Der Arzt hatte ihnen nicht viel Hoffnung gemacht. Es gäbe eine geringe Chance, dass sie zuhause mit bekannten Reizen zurückfinden würde. Das wäre aber nicht bei vielen Komapatienten der Fall. Maurice hatte nach jedem Strohhalm greifen wollen. Doch lange würde seine Frau das nicht mehr aushalten können. „Du musst bald zurückkommen, Lilli. Ich werde hier warten.“ Wieder nahm er ihre Hand. Er beobachtete sie wieder. Sie war der Mittelpunkt seines Lebens. Alles war in den Hintergrund gerückt, Schlaf, Essen, Freundschaften, alles nebensächlich. Seine Tochter brauchte ihn, und er musste sie beobachten, er durfte kein Zeichen übersehen. „Kein Zeichen,..“ Maurice sank erschöpft nieder. Nicht nur seine Frau würde bald zusammenbrechen. Mit dem letzten Gedanken sank er in einen tiefen Schlaf, denn der Körper nimmt sich was er braucht.
Maurice blickt sich um. Er geht ein paar Schritte, fragt sich wie er hier her kommt. Wo ist seine Tochter? Er muss auf sie Acht geben, vielleicht ist sie gerade wach geworden und er ist… hier. Wo auch immer hier ist. Da erblickt er einen einen Wirbelsturm am Horizont. Er lächelt, denn er weiss nun wo er seine Tochter findet. Er macht sich auf den Weg zum anderen Ende der Welt, um einen Schmetterling zu finden.
Heute will ich euch etwas über Entspannungsmöglichkeiten schreiben. In meinem Leben haben sie schon oft und in den unterschiedlichsten Situationen Anwendung gefunden. Die erste Situationen war, als ich mir eine schwere Verbrennung zugezogen habe. Das Qualvolle war, wie sich herausstellte, jedoch nicht die Verbrennung, sondern die Allergie, die ich gegen die Verbrennungsalbe entwickelte. Ich musste die Wunde jeden Abend verbinden, und gegen den unbändigen Juckreiz ankämpfen, der mich immer noch kurz irritiert während ich darüber schreibe. Meine Erste Reaktion war:
Distanz (Visualisation)
Ich arbeitete damals mit einer Visualisation. Das habe ich als Kind in schwierigen Situationen oft gemacht. Ich stellte mir vor, mein Bein (dort war die Wunde) gehöre nicht zu meinem Körper. Ich wusste, dass es weiterhin mit Blut versorgt würde, egal was ich mir vorstellte, aber das Gefühl, dass das Bein nicht zu mir gehörte, machte es leichter den Juckreiz auch von mir zu weisen. Ich spürte ihn zwar, allerdings war nun ein Abstand geschaffen.
Das nächste Mal, dass ich eine Entspannungsmethode brauchte, war während der Lehre. Die Umstände waren, nun nennen wir sie schwierig, und ich entwickelte eine Neurodermitis. Da lernte ich, dass mein Körper mir Signale sendet, die ich berücksichtigen sollte. Das lernte ich natürlich auch, weil ich PTA wurde und das so das grundliegende ist was man aus dieser Ausbildung mitnehmen sollte XD Ich klapperte alle Ärzte ab, was ich denn tun könnte. Aber bis auf Cortisonsalben und das ich (warum auch immer) nie wieder Milch trinken solle, bekam ich nichts. Dann bekam ich von einer Freundin eine CD über:
Autogenes Training
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Ich legte also die CD abends ein, und dann legte ich mich hin, und nutzte die Zeit vor dem Schlafen für meine Übungen. Auch für die Neurodermitis nutzte ich eine Kombi aus der oben genannten Visualisation und dem Autogenen Training. Eigentlich kann ich bei körperlichen Problemen sagen, dass ich immer mit der Visualisation anfange. Das ist auch praktisch um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Beim Autogenen Training lernte ich dann, durch den Bodyscan, das Erfühlen meines Körpers. Also möglichst früh eine Überforderung oder andere Gefühle und Gedanken kennen. Ich machte diese Übungen 3 Jahre jeden Abend, Und ich begann zu merken wie gut die Entspannung und diese Ruhe mir tun.
Dadurch überlegte ichmir, dass ich diese Ruhe nicht nur in extremen Situationen brauche und will, sondern dass ich ein Gleichgewicht möchte, um extreme Gefühle besser zu verarbeiten. Den Begriff der HSP kannte ich da noch nicht. Das war vor, so ca. 12 Jahren. Ich spürte aber schon, dass mein Drache wesentlich ruhiger war, und trotzdem in Gedanken und ähnliches abschweifen konnte. Er hat zu dem Zeitpunkt viel meditiert und das schien mir ein guter Weg zu sein.
Meditation
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Ich begann mich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen. Die schienen mir mit Mitgefühl und Dankbarkeit, eine geeignete Meditationsgrundlage. Anfänglich viel mir das alles unendlich schwer, allerdings hatte ich das Gefühl es kann was draus werden, wenn ich dem Ganzen mehr Zeit gebe. Ich habe mir Bücher gekauft und und begonnen die Meditation irgendwann nicht mehr nur zu einer festgelegten Zeit in meinem dafür vorgesehenen Zimmer sondern auch draußen zu machen. Ich schweifte manchmal in meine Gedankenwelt ab, eine Möglichkeit ist es nämlich: alle Gedanken einfach kommen und gehen zu lassen. Ohne sie zu bewerten oder anzusehen noch nicht einmal sollen sie registriert werden. Die Art tat mir sehr gut. Hm, ich denke ich muss die verschiedenen Meditationsmöglichkeiten gar nicht erklären. Ihr könnt euch selbst mal ansehen was da was für euch sein könnte. GU hat eine sehr schöne Reihe kleiner Bücher. Die kann man überall mit hinnehmen und sind echt schön geschrieben. Aber was man da wissen muss ist, es ist a) kein Allhgeilmittel, und b) es braucht Zeit. Diese Entspannungsmöglichkeit ist eine Art Lebensumstellung. Es braucht Zeit, und diese Thema will reflektiert werden. Und man muss sich da echt mal drauf einlassen. Das kann einen HSP schon mal ziemlich flashen, weil da vielleicht manchmal noch viel tiefere Gedanken zum Vorschein kommen. Allerdings braucht ihr keine Angst haben, wie hab ich heute gelesen? Unsere Gedanken gehören nur uns selbst, also begegnet ihr auch in einer Meditation nur euch selbst. 😉 Mir macht das alles sehr viel Spaß, und ich habe mich dadurch sehr viel besser kennen und mögen gelernt.
Ich glaube die Meditation war die für mich wichtigste Methode. Ich habe für mich mittlerweile ein Gleichgewicht gefunden, und stressige Situatinen machen mir nicht mehr so viel aus. Zum Thema „Distanz“ würde ich noch sagen, dass klappt auch um geistigen Raum zwischen sich und einer Person zu schaffen. Sonst habe ich noch die Perlen der Stille Methode probiert. Man nehme ein Armband mit Perlenen, und taste jede Perle ab, dabei sagt man einen Kraftsatz. Hm, ja, am Ende läuft es wieder auf eine visualisation raus. Aber kann für haptisch begabte Menschen durchaus von Vorteil sein. 😉
Vielleicht noch ein Tipp, um mal eine längere Zeit regelmäßig zu meditieren: Ich habe mir den Meditationskalender von GU geholt, da war für jede Woche ein Spruch oder ein Gedanke aus dem Buddhismus. Ich finde jede Woche einmal meditieren ist erst mal ein guter Anfang, man kann zur Not wenigstens einmal am Sonntag (oder welches euer freier Tag ist) meditieren ohne etwaige Familie oder Freunde vor den Kopf zu stoßen 😉
So, dass war es von meiner Seite erste mal, solltet ihr irgendwo nähere Infos zu haben wollen, lasst es mich wissen, ich wünsche euch nun erst mal einen entspannten Sonntag!